Ein Jahr nach dem Massaker am Campus Risbergska in Örebro am 4. Februar 2025, bei dem zehn Menschen getötet wurden, haben 150 Opfer von Straftaten Entschädigungen in Höhe von insgesamt 7,6 Millionen Kronen erhalten. Die ersten eingetroffenen Polizisten berichten von ihrem Einsatz, der die laufende Gewalt stoppte. Die Schule ist zum Alltag zurückgekehrt, doch das Trauma lauert nah unter der Oberfläche.
Am 4. Februar 2025 schrillte um 12:33 Uhr ein Alarm wegen einer laufenden Schießerei am Campus Risbergska in Örebro. Sechs Minuten später traf der erste Polizeistreifen mit den Beamten Maja und Hugo ein, deren Namen anonymisiert sind. Sie rannten zum Eingang, stießen auf eine schrille Feuermelder und fanden große Patronenhülsen in den Korridoren. Bald lokalisieren sie den Schützen, beschrieben als dunkel gekleideter, hellhäutiger Mann mit Waffen, in der Nähe einer am Boden liegenden Person mit zuckenden Füßen. Maja berichtete später: „Wir unterbrachen die laufende tödliche Gewalt und überlebten – ich dachte nicht, dass das so kommen würde.“ Sie konnten nicht schießen wegen der Gefahr für die Person am Boden und dicker Türen, sondern setzten die Suche fort. Per Funk erfuhren sie, dass der Täter, der 35-jährige Rickard Andersson, tot war. Die Beamten durchsuchten die 17.000 Quadratmeter große Schule drei Stunden lang nach einem möglichen zweiten Schützen, während Klassenzimmertüren verriegelt oder verbarrikadiert wurden. Hugo beschrieb die Durchkämmung der Korridore: „Alle Klassenzimmertüren sind verriegelt oder verbarrikadiert.“ Zehn Menschen wurden ermordet, sieben Frauen und drei Männer, fünf wurden angeschossen und verletzt, Hunderte verbarrikadierten sich. Ein Jahr später, im Februar 2026, hat die Kriminalopfer-Entschädigungsbehörde 7,6 Millionen Kronen an 150 Opfer ausgezahlt und fordert weitere Anträge. In der Schule ist der Alltag in die Korridore zurückgekehrt, doch SFI-Rektorin Åsa Björkman, die aus dem Personalraum floh, hat am Wiederaufbau gearbeitet. Lehrer Lasse Nilsson sagt: „Unsere Gemeinschaft ist sehr stark“, fügt aber hinzu: „Sie ist sehr zerbrechlich.“ Das Buch von Nicolas Lunabba, „Not Your Prime Minister“, beleuchtet das Ereignis im Kontext von Rassismus und Politik, obwohl Polizei und Politiker anfangs betonten, die Tat habe keine ideologische Hintergrund.