Schwedens Chefankläger lehnt einen Neuanfang im berüchtigten Knutby-Mord von 2004 ab, trotz neuer Details aus einer Untersuchung. Forensiker Sonny Björk stellt die Entscheidung infrage und fordert ein Treffen, um unanalysierte Beweise vorzulegen. Obduktionsassistent Bo Ask unterstützt die Kritik, indem er bemerkt, dass kein Blut am Schusswunde war.
Am 27. November 2025 erklärte Chefankläger Mats Svensson beim Justitiekansleramt, dass kein Grund für Maßnahmen im Knutby-Fall bestehe. Dies folgt der Aftonbladet-Untersuchung „200 Sekunden“, veröffentlicht am 25. November, die in Frage stellt, ob Babysitterin Sara Svensson tatsächlich die tödlichen Schüsse auf die Pastorenfrau Alexandra Fossmo am 10. Januar 2004 abgefeuert hat.
Leitende Anklägerin Elin Blank, die die ursprüngliche Untersuchung leitete, hat ebenfalls einen Neuanfang abgelehnt und erklärt, er bringe keine neuen Umstände. Svensson merkt an, dass Details wie fünf Einschusslöcher im Laken bereits vor Gericht erklärt wurden – zwei Löcher von einem gefalteten Laken. Ein Neuanfang kann nicht auf Basis einer Neubewertung alter Beweise gewährt werden.
Forensiker Sonny Björk, Experte für Wundballistik, widerspricht. „Wie können sie eine solche Entscheidung treffen, bevor sie den Antrag auf Neuanfang gesehen haben?“, sagt er zu Aftonbladet. Er vermutet, dass der Chefankläger falsch informiert ist, und möchte ein Treffen, um eine PowerPoint-Präsentation mit ungenutztem Material vorzulegen, einschließlich unanalysierter Blutbilder und Löcher auf der Unterseite des Lakens sowie falsche Schusswinkel in Obduktionsfotos. „Der Chefankläger und Anklägerin Elin Blank irren sich, wenn sie sagen, es gebe kein neues Material“, fügt Björk hinzu.
Obduktionstechniker Bo Ask, der bei der Obduktion von Alexandra Fossmo 2004 assistierte, erinnert sich deutlich daran, dass kein Blut am Hüftwunde war. „Am Hüftschuss war kein Blut, das erinnere ich mich genau“, sagt er. Dies widerspricht Blanks Behauptung von Blutung im Obduktionsprotokoll. Forensik-Professor Anders Eriksson unterstützt: Der Hüftschuss zeigte keine äußere Blutung, was darauf hindeutet, dass Alexandra bereits tot war, und fordert eine gründliche Überprüfung der Untersuchung.
Anwalt Johan Eriksson plant, im Namen von Sara Svensson, die zu psychiatrischer Betreuung verurteilt wurde, einen Neuanfang beim Obersten Gericht zu beantragen.