Oberstaatsanwalt Lennart Guné hat entschieden, dass es falsch war, Stig Engström, bekannt als Skandiamann, als Olof Palmes Mörder zu identifizieren. Die Untersuchung bleibt geschlossen, ohne neue Beweise zur Wiederaufnahme. Reaktionen von Angehörigen und Experten reichen von Erleichterung bis Kritik an der früheren Entscheidung.
Am 18. Dezember 2025 erklärte Oberstaatsanwalt Lennart Guné, dass es nicht genügend Beweise gebe, um Stig Engström als Täter beim Mord an Ministerpräsident Olof Palme 1986 zu identifizieren. Die Entscheidung kippt die Identifizierung des Leitstaatsanwalts Krister Petersson vom 10. Juni 2020, als Engström nach 34 Jahren Ermittlungen als Verdächtiger benannt wurde. Engström starb 2000 und konnte sich nicht wehren, was Kritik auslöste.
Guné betont, dass keine bekannten Umstände eine Wiederaufnahme der Vorermittlungen rechtfertigen. Die Familie von Ulrika Glaser Rydberg, deren Vater verdächtigt wurde, Engström eine Waffe in Thomas Petterssons Buch „The Unlikely Murderer“ geliehen zu haben, begrüßt die Nachricht. „Das ist ein Tag der Freude“, sagt Ulrika Glaser Rydberg, die Engström gut kannte und ihn als „ausgelassenen, jovialen und kreativen Menschen“ beschreibt. Sie plant, eine Kerze an seinem Grab anzuzünden, und äußert Bedauern über das unnötige Leid ihrer Familie durch die Pressekonferenz 2020 und die Netflix-Serie.
Kriminologe Leif GW Persson nennt die Ankündigung 2020 „eine Katastrophe“ und begrüßt Gunés Schlussfolgerung als Ende der Untersuchung. Er erwähnt andere Verdächtige wie Christer A, warnt aber davor, Tote zu beschuldigen. Persson bezweifelt den Wert der DNA von Palmes Mantel, die nun bei Angehörigen liegt und möglicherweise Spuren des Mörders trägt, der die Hand darauflegte.
Olof Palmes Sohn Joakim Palme, Professor für Politikwissenschaft, sieht Peterssons Entscheidung als mutig: „Ich finde, Krister Petersson hat Mut gezeigt.“ Er merkt an, dass Engström am Tatort war und eine schwer abzuweisende Aussage machte, stimmt aber zu, dass keine neuen Beweise eine Wiederaufnahme rechtfertigen. Bruder Mårten Palme äußert Überraschung über die unbekannte Überprüfung, aber keine Enttäuschung.