Justizminister Gunnar Strömmer hat die Senkung des Strafmündigkeitsalters auf 12 Jahre abgelehnt nach dem mutmaßlichen Mord an einem 21-jährigen Mann in Oxie bei Malmö durch einen 12-jährigen Jungen. Er betont, dass eine „Untergrenze“ besteht, und fordert stärkere Eingriffe der Sozialdienste.
Im Nachgang des tödlichen Schusses am Samstag in Oxie – bei dem ein 12-jähriger Junge verdächtigt wird, einen 21-jährigen Mann getötet und Richtung Helsingborg geflohen zu sein – hielt Strömmer (M) am Mittwoch eine Pressekonferenz nach Gesprächen mit den kriminalpolitischen Sprecher:innen der Parteien ab.
Die Regierung schlägt Haft für 13-Jährige in schweren Fällen vor, schließt aber 12-Jährige aus. „Das ist nicht relevant“, sagte Strömmer. „Es gibt eine Art Untergrenze.“
Er äußerte keine Überraschung über das Alter des Verdächtigen und wies darauf hin, dass in diesem Jahr rund 50 Jugendliche unter 15 Jahren in Morde oder Mordpläne verwickelt waren. Die Debatte dreht sich darum, ob die Sozialdienste kleiner Gemeinden solche Fälle bewältigen können oder ob die strafrechtliche Fürsorge bei 13- bis 14-Jährigen eingreifen sollte. „Wir sehen eine große Gruppe von Kindern, die heute nicht gut versorgt werden“, sagte er.
Die Polizei hat Krisensitzungen abgehalten und den Mangel an Instrumenten der Sozialdienste für so junge schwere Straftäter hervorgehoben. Strömmer stimmt zu: „Kein denkender oder fühlender Mensch will Kinder einsperren.“ Dennoch merkt er an, dass einige schwere Verbrechen wie Morde, Schießereien und Explosionen begehen und Risiken darstellen.
Reformen umfassen ein neues Sozialgesetz, gebrochene Schweigepflichten, härtere Maßnahmen gegen Eltern und Überprüfung des LVU. Trotz Protesten von 168 Staatsanwält:innen und Richter:innen begrüßt Strömmer die Debatte über dieses „größte ungelöste Problem“, hält aber Alternativen für unzureichend.
Die Behörden suchen weiter nach weiteren Tätern oder Aufstachlern.