Nach Weihnachtsmorden in Rönninge und Boden strebt die schwedische Regierung eine konkrete Nullvision gegen Männergewalt an Frauen an. Ein neuer Ministerrat unter Leitung von Ministerpräsident Ulf Kristersson soll die Bemühungen zwischen Justiz, Sozialdiensten und Gesundheitswesen koordinieren. Mehrere Gesetzesänderungen, einschließlich Sicherheitsverwahrung für Hochrisikopersonen, treten nächstes Jahr in Kraft.
Die schwedische Regierung hat als Reaktion auf die viel beachteten Morde über Weihnachten in Rönninge und Boden Pläne für eine konkrete Nullvision gegen Männergewalt an Frauen skizziert. In einem Gastbeitrag in der Aftonbladet erklärt Ministerpräsident Ulf Kristersson (M), dass jede Frau, die durch Gewalt eines Mannes stirbt, ein massiver Fehlschlag sei. «Wir haben nun eine große Verantwortung gegenüber jenen Frauen, die nicht mehr für sich selbst sprechen können und deren Leben ihnen genommen wurde. Lassen Sie uns ihr Andenken ehren, indem wir alles tun, was in unserer Macht steht, um sicherzustellen, dass das, was nicht passieren darf, nicht wieder passiert,» betont er.
Um die Nullvision zu erreichen, wird ein spezieller Ministerrat in den Regierungsgebäuden eingerichtet, persönlich von Kristersson geleitet. Der Rat umfasst Justizminister Gunnar Strömmer (M), die Gleichstellungsministerin, die Sozialministerin mit Verantwortung für Psychiatrie, die Sozialdienstministerin sowie Vertreter relevanter Behörden. Er ist angelehnt an den bestehenden Rat gegen organisierte Kriminalität und soll die Zusammenarbeit zwischen Justiz, Sozialdiensten und Gesundheitswesen systematisieren. Die Regierung wird bald Details zum Aufbau geben.
Frühere Maßnahmen umfassen die Beseitigung von Verschwiegenheitsbarrieren zwischen Sozialdiensten und Polizei sowie härtere Strafen für wiederholte schwere Vergewaltigungen. Nächstes Jahr werden drei Änderungen im Strafrecht umgesetzt: Einschränkungen bei vorzeitiger Entlassung, härtere Strafen für Vergewaltigung und die neue Sanktion der Sicherheitsverwahrung. Diese erlaubt die unbefristete Verwahrung von Personen mit hohem Rückfallrisiko für schwere Straftaten, auch ohne psychische Störung, ab April 2026. Justizminister Strömmer betont: «Es darf nicht lebensgefährlich sein, eine Frau in Schweden zu sein, und es ist entscheidend, dass gefährliche Männer weggeschlossen werden, damit Frauen sich hinaus trauen.»
Kristersson beschreibt einen Perspektivwechsel vom Täter zum Opfer und zum Schutz der Gesellschaft, wobei der Schutz gesetzestreuer Menschen vor der Bewegungs Freiheit gefährlicher Personen priorisiert wird.