Ein Doppelmörder, der sein rechtliches Geschlecht geändert hat, wurde in ein Frauengefängnis verlegt, was starke Reaktionen auslöst. Transfrau Adelina Strand kritisiert die Entscheidung und warnt vor Risiken für die Sicherheit von Frauen. Politiker fordern Änderungen basierend auf biologischem Geschlecht.
Paulus Abdelshahed wurde zu lebenslanger Haft verurteilt, weil er seine zwei Kinder, beide unter zehn Jahre alt, im April vergangenen Jahres ermordet hat. Bei der Vernehmung stellte sich heraus, dass er unter Geschlechtsdysphorie litt. Im Gefängnis änderte Abdelshahed sein rechtliches Geschlecht zu Lily Abdelshahed und wurde in eine Fraueneinrichtung verlegt, berichtet Aftonbladet.
Die Transfrau und Influencerin Adelina Strand, 27, ist wütend über die Entscheidung. „Wenn man als Mann verurteilt wurde, sollte man in einem Männergefängnis einsitzen“, sagt sie. Strand betont die Sicherheit der Frauen: „Man darf die Sicherheit von Frauen nie kompromittieren. Die Sicherheit der Insassen muss vor den Gefühlen eines Individuums priorisiert werden.“ Sie fürchtet, dass es trans Menschen schadet, die keine Verbrechen begangen haben, und schlägt Schutzmaßnahmen vor, ähnlich wie für Pädophile in Männergefängnissen.
Der Fall hat die Debatte über das neue Geschlechtsidentitätsgesetz neu entfacht, das am 1. Juli 2024 in Kraft trat. Das Gesetz vereinfachte rechtliche Geschlechtswechsel ohne Diagnose und erlaubte es ab 16 Jahren. Die Moderaten drängten es durch, aber KD und SD stimmten dagegen. Ebba Busch (KD) schrieb auf X: „Wo das neue Geschlechtsidentitätsgesetz eintrat – verließ ein Teil des gesunden Menschenverstands.“ Jimmie Åkesson (SD) fordert die Aufhebung des Gesetzes.
Justizminister Gunnar Strömmer (M) kommentiert den Fall und erwähnt eine laufende Untersuchung des Gefängnisgesetzes. Der Untersucher Fredrik Kärrholm (M) schlägt vor, dass der Strafvollzug die Platzierung auf biologisches Geschlecht stützt: „Eine als Mann geborene Person sollte nie in eine Fraueneinrichtung platziert werden, unabhängig davon, ob sie transitioniert hat oder nur das rechtliche Geschlecht geändert hat.“ Er warnt vor Risiken sexueller Übergriffe auf Frauen und sieht einen Bedarf an Schutz für trans Menschen in Männergefängnissen.
RFSL-Vorsitzende Lovise Brade ist entsetzt: „Wir sehen große Risiken, dass dies zu Verdächtigungen gegen trans Menschen führt.“ Das Gesetz ist für normale Menschen mit psychischen Problemen gedacht, nicht für Kriminelle, sagt sie.