Premierminister Ulf Kristersson (M) wirft den Sozialdemokraten vor, in ihrer Integrationspolitik eine Zwangsmischung der Bevölkerung durchsetzen zu wollen. Lawen Redar (S) weist die Vorwürfe als unbegründet zurück und bezeichnet sie als politisches Spötteln in SVTs 30 Minuten. Sie betont, dass die Vorschläge der Partei Segregation brechen sollen, ohne Zwang.
Auf der Arbeitstagung der Moderaten übte Ulf Kristersson (M) scharfe Kritik an der neuen Integrationspolitik der Sozialdemokraten. Er behauptete, die Partei wolle ihre Vision einer Vermischung der Bevölkerung umsetzen, nicht weil die Bürger es wollen, sondern weil die Sozialdemokraten es wollen. «Die Bevölkerung soll durchgemischt werden. Nicht weil sie es selbst wollen, sondern weil die Sozialdemokraten es wollen,» sagte der Ministerpräsident.
Die Integrationspolitische Sprecherin der Sozialdemokraten Lawen Redar reagierte heftig in SVTs 30 Minuten. «Ich finde das ein Niveau politischen Spottes. Ich verstehe überhaupt nicht, was der Ministerpräsident zum Ausdruck bringt,» sagte sie und argumentierte, die Kritik verfehle den Kern. Redar betonte, dass die Vorschläge der Partei keine Form von Zwang enthalten. «In unseren Vorschlägen gibt es nichts, das irgendeine Form von Zwang beinhaltet,» präzisierte sie.
Der Hintergrund ist die Politik der Sozialdemokraten zur Bekämpfung der Wohnsegregation durch eine Mischung von Wohnungsformen in Wohngebieten wie Mietwohnungen, Eigentumswohnungen und Villen. Redar wies auch Vorwürfe zurück, Mietwohnungen in Villengebieten zu bauen: «Wir haben einen solchen Vorschlag nicht. Es gibt keine Vorschläge, Mietwohnungen in Villengebieten zu bauen.» Sie hob hervor, dass das Gegenteil von Vermischung Segregation ist, die zu parallelen Gesellschaften führen kann, und dass Veränderungen in benachteiligten Gebieten nötig sind, um sozioökonomische Gräben zu verringern.
Bisher hat die Rechte ähnliche Aussagen kritisiert, wie die Äußerung des Göteborger Stadtratsvorsitzenden Jonas Attenius (S), dass die Bevölkerung gemischt werden müsse. Vor einem Paar Jahren leitete Redar eine Arbeitsgruppe, die großangelegte Maßnahmen gegen Segregation vorschlug, aber mehrere Ideen wurden vor dem Parteitag abgeschwächt.