Ein 12-jähriger Junge wird verdächtigt, einen 21-jährigen Mann ermordet zu haben, der am Freitagabend in einem Auto in Malmö erschossen wurde. Der Junge, nicht aus der Stadt, soll dorthin gereist sein, um die Tat auszuführen. Die Ermittlungen laufen weiter, doch er ist nicht strafmündig und wurde der Sozialfürsorge übergeben.
Am Freitagabend, dem 12. Dezember 2025, wurden Polizisten kurz nach 23 Uhr nach Hindby in Malmö gerufen, wo ein 21-jähriger Mann im Rücksitz eines Autos angeschossen aufgefunden wurde. Der Mann wurde ins Krankenhaus gebracht, starb jedoch später. Die Polizei geht davon aus, dass die Schießerei in Oxie, einem Stadtteil östlich von Malmö, stattfand und das Auto danach dorthin gefahren wurde.
Ein 12-jähriger Junge wird des Mordes und eines möglichen versuchten Mordes verdächtigt, da weitere Personen im Auto gewesen sein könnten. Laut Berichten an die Sydsvenskan stammt der Junge nicht aus Malmö, sondern ist dorthin gereist, um die Tat zu begehen. Er wurde von der Polizei befragt, ist jedoch nicht strafmündig, da das Strafmündigkeitsalter in Schweden 15 Jahre beträgt. Stattdessen hat der Staatsanwalt eine Untersuchung nach dem Gesetz mit besonderen Vorschriften für junge Straftäter (LUL) eingeleitet, und der Junge wurde der Sozialfürsorge übergeben. Das Malmö-Distriktgericht hat ihm einen Anwalt bestellt.
„Man ist entsetzt, wohin führt das? Wie können sie so junge Menschen einsetzen?“ sagt Rasem Chebil, operativer Leiter der Malmö-Polizei, gegenüber Expressen. Der Kriminologie-Professor Manne Gerell von der Universität Malmö kennt kein zuvor vollendetes Mordopfer durch einen 12-Jährigen.
Der Vorfall löst Debatte aus inmitten der Regierungspläne, das Strafmündigkeitsalter für schwere Verbrechen wie Mord auf 13 Jahre zu senken. Kritiker, darunter der schwedische Strafvollzug, die Polizei und die Staatsanwaltschaft, warnen, dass dies zu einer verstärkten Rekrutierung noch jüngerer Kinder in Bandenkriminalität führen könnte. Ein Beispiel ist Dänemark, das 2010 das Alter auf 14 senkte, es aber nach steigender Jugendkriminalität wieder auf 15 hob. Jan-Åke Fält, der Pflichtverteidiger des Jungen, sagt, die Untersuchung werde wie bei einem Erwachsenen geführt, wenn die Beweise reichen.
Die Polizei sperrte das Gebiet für Spurensicherung ab, und weitere Personen könnten involviert sein. Der Vorfall wird mit laufenden Bandenkonflikten in Malmö in Verbindung gebracht.