Sara Nilsson, Chefredakteurin der Dumpen-Website, droht Gefängnis wegen grober Verleumdung, nachdem eine Jury am Göteborger Bezirksgericht sie für schuldig befunden hat. Sie hat nun den Staranwalt Mark Safaryan engagiert, um ihre Verteidigung vor dem bevorstehenden Urteil zu stärken. Nilsson kritisiert schwedische Verleumdungsgesetze, die sie für Pädophile schützend hält.
Sara Nilsson betreibt die Dumpen-Website, die Namen und Fotos von Männern veröffentlicht, die verdächtigt werden, sexuelle Kontakte zu Kindern zu suchen. Diese Veröffentlichungen haben in den letzten Jahren in Schweden Debatten ausgelöst, sind aber erst jetzt vor Gericht gekommen. Ein betroffener Mann verklagte Nilsson wegen grober Verleumdung, nachdem seine Identität auf der Seite enthüllt wurde. Diese Woche erklärte die Jury am Göteborger Bezirksgericht, dass sie Nilsson für schuldig hält. Die Staatsanwaltschaft fordert sechs Monate Gefängnis. Das endgültige Urteil wird in ein paar Wochen erwartet. Um der Herausforderung zu begegnen, wechselt Nilsson nun ihren Anwalt. Sie beauftragt Mark Safaryan, bekannt dafür, Gunilla Persson in einem ähnlichen Verleumdungsprozess gegen die Stoppa Pressarna-Seite verteidigt zu haben, wo der Chefredakteur verurteilt wurde. „Wir brauchen hier etwas mehr Muskelkraft“, sagt Nilsson über den Wechsel von ihrem vorherigen Anwalt Joacim, den sie für eine tolle Arbeit lobt. Nilsson beschreibt Safaryan als jemanden, der „Hechte zum Frühstück isst“ – eine Anspielung auf die Männer, die Dumpen „Hechte“ nennt. Sie glaubt, dass er neue Aspekte in den Fall einbringen kann, insbesondere mit seiner Erfahrung in Pressefreiheitsprozessen. Sowohl Nilsson als auch Safaryan kritisieren die schwedische Gesetzgebung. „Es ist etwas grundlegend falsch, wenn man im Gerichtssaal wegen einer Straftat gegen jemanden angeklagt wird, der eine Straftat gegen Kinder begehen wollte, aber er wird für nichts angeklagt“, sagt Nilsson. Safaryan fügt hinzu: „Meine Mandantin erklärt, dass sie keine Straftat begangen hat, daher werde ich mit allen rechtlichen Mitteln für ihre Unschuld kämpfen.“ Bei einer Verurteilung planen sie Berufung einzulegen und den Fall so weit wie möglich zu verfolgen. Safaryan verfolgt zudem einen Prozess gegen den schwedischen Staat bezüglich des Schöffensystems in Pressefreiheitsverfahren.