Die schwedische Abgeordnete Katja Nyberg (SD) hat ihr Schweigen über Verdachtsfälle grober Trunkenheit am Steuer und Drogenstraftat gebrochen. In einem Video auf X bezeichnet sie die Medienberichterstattung als öffentliche Charakterverleumdung und betont die Unschuldsvermutung. Die Ermittlungen laufen weiter, nachdem sie von der Polizei in der Feiertagszeit zwischen Weihnachten und Neujahr gestoppt wurde.
Katja Nyberg, Abgeordnete der Schwedendemokraten (SD), wurde östlich von Stockholm in den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr im Zusammenhang mit einem Verkehrsunfall von der Polizei gestoppt. Sie wird verdächtigt, grob unter Alkoholeinfluss gefahren zu sein und eine geringfügige Drogenstraftat begangen zu haben, nachdem bei einer Leibesvisitation eine Tüte mit weißem Pulver, vermutetes Betäubungsmittel, gefunden wurde. Schnelltests fielen positiv aus, endgültige Ergebnisse aus Blut- und Pulveranalysen werden jedoch erst Anfang Februar erwartet, so Staatsanwalt Anders Jakobsson. Nyberg hat die Vorwürfe zuvor bestritten und erklärt, die Details nicht wiederzuerkennen. Am 15. Januar forderte SD ihre Entlassung aus ihren Aufgaben. Nach einer Schweigephase veröffentlichte Nyberg am 26. Januar ein Video auf X, in dem sie die Medienhandhabung des Falls kritisierte. «Das ist kein Journalismus – das ist öffentliche Charakterverleumdung», sagt sie und fügt hinzu, dass die Erzählung früh ohne Faktenprüfung festgelegt wurde. Sie betont, dass in Schweden jeder unschuldig ist, bis das Gegenteil bewiesen ist, auch als öffentliche Person, und dass der Rechtsschutz durch Leaks und sensationsheischende Berichterstattung hintangestellt wurde. «Das betrifft nicht nur mich. Es geht darum, wie schnell Menschen öffentlich verurteilt werden», betont sie unter Hinweis auf die Auswirkungen auf ihre Familie. SD-Press chef Oskar Cavalli-Björkman bezeichnete das Video als Nybergs persönliche Entscheidung, merkte aber an, dass es die Medienberichterstattung verlängert und negativ für die Partei ist. Die Partei wartet auf offizielle Fakten zur Beurteilung der Situation.