Während die Proteste im Iran – ausgelöst durch wirtschaftliche Notlagen Ende Dezember 2025 – unter einem nahezu vollständigen Internet-Blackout weitertoben und Berichte nun von Hunderten Toten sprechen, äußern schwedisch-iranische ihr Leid über verlorenen Kontakt zur Familie und fordern globale Unterstützung. Trotz der Brutalität sehen viele Hoffnung auf einen Regimewechsel.
Die Demonstrationen, die bei Ladenbesitzern gegen explodierende Kosten begannen und sich zu breiter Kritik am Obersten Führer Ali Khamenei ausweiteten, gehen inmitten einer gewaltsamen Niederschlagung weiter. Sicherheitskräfte haben scharfe Munition eingesetzt, wobei die BBC über 200 Tote berichtet und andere Quellen Hunderte nennen – Zahlen, die seit den anfänglichen Schätzungen von rund 60 gestiegen sind. Der iranische Internet- und Telefonabschalt am Donnerstag hat Diaspora-Communities in Panik versetzt. In Schweden hat Sanna Khadem, 48, aus Kalmar seit Mittwoch nichts von ihren Geschwistern gehört. „Mir geht es so schlecht. Ich bin besorgt... Sie schießen aus einem Meter Entfernung. Es ist so brutal“, sagt sie. Hoffnung hält inmitten der Verzweiflung an. Khadem hebt die Aufrufe des exilierten Oppositionsführers Reza Pahlavi zu anhaltenden Protesten hervor und zitiert ihre Schwester: „Die Leute sind müde, es gibt eine Wirtschaftskrise. Sie haben nichts zu verlieren.“ Rana Soleimani, 51, aus Stockholm, nennt die Lage „unglaublich schmerzhaft“, macht sich Sorgen um ihre Mutter auf dem Weg zu einer Kundgebung und verurteilt steigende Hinrichtungen. Gaby Hosseini, 62, aus Helsingborg, hat seit zwei Wochen keinen Kontakt zu Tochter und Enkelkindern: „Mir wird die Kehle eng.“ Mitra Najafi, 63, teilt grausame Protestvideos und fordert westliches Handeln, wie Internetzugang durch Botschaften. Solidaritätsproteste sind in Stockholm, Malmö und Helsingborg ausgebrochen und fordern internationale Unterstützung sowie Freiheit für Iran. „Endlich, nach 47 Jahren mit einem Diktator“, rief Farahnaz Anami in Stockholm aus.