Seit über zwei Wochen protestieren Tausende Iraner gegen das Regime, das mit Internetabschaltung und tödlicher Gewalt reagiert. Aktivisten melden mindestens 538 Tote und Tausende Festnahmen, während die tatsächliche Zahl höher liegen könnte. Internationale Unterstützung bleibt zögerlich, insbesondere aus Deutschland.
Die Proteste im Iran begannen am 28. Dezember ausgelöst durch den Zusammenbruch der Währung Rial, die nun bei mehr als 1,4 Millionen zum US-Dollar gehandelt wird. Wirtschaftliche Sanktionen aufgrund des Atomprogramms verschärfen die Lage. Ausgehend von unzufriedenen Basarhändlern haben sich die Demonstrationen auf 185 Städte ausgedehnt und richten sich nun gegen das gesamte theokratische System. Trotz offener Todesdrohungen gehen Hunderttausende auf die Straße.
Die Regierung hat seit Donnerstag Internet und Telefonverbindungen ins Ausland gesperrt, um Kommunikation zu behindern und Bilder zu verhindern. Nur vereinzelt gelangen Aufnahmen über Starlink heraus. Die Human Rights Activists News Agency (HRANA) meldet 538 Tote, darunter 490 Demonstranten und 48 Sicherheitskräfte, sowie über 10.600 Festnahmen. Die Organisation Iran Human Rights spricht von mindestens 538 Toten, die Zahl könnte höher sein. In 2019 wurden während eines ähnlichen Blackouts rund 1.500 Menschen getötet.
Die Führung droht mit harten Maßnahmen: Generalstaatsanwalt Mohammed Mowahedi Asad kündigte Anklagen als 'Feinde Gottes' an, die mit der Todesstrafe geahndet werden. Oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei signalisiert eine Niederschlagung. Berichte auf X beschreiben Massaker, bei denen Leichen in Kühlcontainern aufbewahrt werden.
US-Präsident Donald Trump bot Unterstützung an: 'Der Iran strebt nach FREIHEIT, vielleicht wie nie zuvor. Die USA sind bereit zu helfen.' Medien berichten, er sei über Militäroptionen informiert, habe aber keine Entscheidung getroffen. Außenminister Marco Rubio warnte: 'Spielen Sie keine Spielchen mit Präsident Trump.' Iranische Politiker wie Mohammad Bagher Ghalibaf drohen mit Vergeltung gegen US-Basen und Israel.
In Deutschland kritisieren Aktivisten wie Daniela Sepehri die Zurückhaltung. 'Wir befürchten ein brutales Massaker', sagte sie. Außenminister Johann Wadephul (CDU) forderte freie Wahlen und Internetfreigabe; er plant einen Washington-Besuch. Bundeskanzler Friedrich Merz gab nur ein vages Statement ab. Deutschland bleibt größter EU-Handelspartner des Iran, ohne Botschafterausweisung oder Abschiebestopp für Dissidenten. Die EU verurteilte die Gewalt, neue Sanktionen blieben begrenzt.
Frühere Proteste vor drei Jahren scheiterten, doch Aktivisten hoffen auf Risse im Sicherheitsapparat. Der frühere Kronprinz Reza Pahlavi rief zu weiteren Demos auf.