Entgegen dem Rat der Regierung hat die Nationalversammlung am Donnerstag, den 11. Dezember, einen Text zur automatischen Verlängerung von Langzeitaufenthaltstiteln beschlossen. Getragen von der sozialistischen Abgeordneten Colette Capdevielle, soll diese Maßnahme Verfahren vereinfachen und den administrativen Rückstau verringern. Nun ist sie im Senat zu prüfen.
Die Nationalversammlung stimmte am Abend des Donnerstags, den 11. Dezember, in erster Lesung einer sozialistischen Gesetzesvorlage zu, die die automatische Verlängerung mehrjähriger Aufenthaltserlaubnisse (bis zu vier Jahren) und zehnjähriger Aufenthaltstitel begünstigt. Mit 98 zu 37 Stimmen angenommen, stützt sich diese Initiative auf die Einheit der linken Gruppen bei geringer Mobilisierung des Regierungslagers und der Rechtsextremen. Colette Capdevielle kritisierte die übermäßigen Bearbeitungsverzögerungen, die über 99 % der genehmigten Anträge betreffen und zu endlosen Schlangen sowie Unterbrechungen von Rechten für Ausländer führen: Arbeitsplatzverlust, Unmöglichkeit, Wohnungen zu mieten, oder Unterbrechung der Krankenversicherung. „Wir schaffen die Leistung, ein System für weniger als 1 % der Akten zu verstopfen“, sagte sie. Sie fügte hinzu: „Die Verwaltungsmaschinerie selbst erzeugt Prekarität; wir produzieren Undokumentierte.“ Staatssekretärin Marie-Pierre Vedrenne gab „verschlechterte Verzögerungen“ zu, sprach sich aber gegen den Text aus und wies auf rechtliche und verfassungsrechtliche Risiken durch fehlende individuelle Prüfung hin. Sie argumentierte, die Maßnahme würde die Arbeitslast nur verschieben, ohne Probleme zu lösen, und Fälle wie ungemeldete Straftaten oder Polygamie übersehen. Die Debatten waren hitzig. Laurent Jacobelli (Rassemblement National) warnte vor einer „schweren Gefahr“ und warf den Sozialisten Pose vor. Capdevielle konterte, die Verwaltung könne Titel bei Störung der öffentlichen Ordnung entziehen, und nannte ihre Gegner „sehr, sehr rassistisch“. Diese Abstimmung fiel in einen Tag, an dem die Versammlung weitere sozialistische Vorschläge annahm, darunter einen, der Minderjährigen unter pädagogischer Fürsorge (380.000 Betroffene) einen Anwalt garantiert, und einen anderen, der isolierten Jugendlichen Schutz während Berufungen erhält.