Am Freitag, dem 5. Dezember 2025, hat die Nationalversammlung in zweiter Lesung die Aussetzung der Rentenreform von Élisabeth Borne mit 162 Stimmen für gegenüber 75 Stimmen beschlossen. Diese Maßnahme, eine Regierungskonzession an die Sozialistische Partei, war in der Vorwoche vom Senat wieder eingeführt worden. Die Abstimmung ebnet den Weg für eine mögliche Annahme des Sozialversicherungshaushalts 2026, doch Unsicherheiten bleiben für die feierliche Abstimmung am Dienstag, dem 9. Dezember.
Nach der Annahme des Einnahmeabschnitts des Gesetzentwurfs zur Finanzierung der Sozialversicherung 2026 (PLFSS) mit 166 Stimmen für gegenüber 140 und 32 Enthaltungen machten die Abgeordneten am Freitagabend einen weiteren Schritt. Eine breite Mehrheit, einschließlich Macronisten, Bayrouisten und Sozialisten, stimmte für die Regierungsänderung zur Aussetzung der Rentenreform von Élisabeth Borne. Wie in der ersten Lesung vor einigen Wochen ergab die Abstimmung 162 für und 75 gegen und bestätigte die Konzession des Premierministers Sébastien Lecornu an die Sozialistische Partei in seiner Generalpolitikrede.
In der Vorwoche hatte der Senat mit LR- und Zentristenmehrheit die Reform wiederbelebt. Diese Abstimmung der Nationalversammlung setzt sie vorläufig erneut aus. Allerdings ist nichts endgültig. Der Ausgabenabschnitt des PLFSS muss am Samstag angenommen werden, gefolgt von einer feierlichen Abstimmung am Dienstagnachmittag. Angesichts des Kräfteverhältnisses in der Nationalversammlung bleibt die Annahme unsicher: Die Einnahmeabstimmung gelang nur mit knapper Mehrheit, teilweise wegen der Abwesenheit mehrerer RN-Abgeordneter bei Beerdigungen, so ein zitierter Sozialist.
„Wir rufen nicht zu früh Sieg“, fürchtete ein Macronist nach der Abstimmung. „Am Dienstag müssen wir die Reihen schließen...“. Bei Ablehnung würde die Aussetzung der Rentenreform in Frage gestellt, ebenso die Haushaltsannahme vor Jahresende. Bei Annahme geht der Text für eine zweite Lesung zurück an den Senat, potenziell abgelehnt durch eine 'vorläufige Frage'. Er würde dann für eine schnelle endgültige Lesung in die Nationalversammlung zurückkehren und die Aussetzung festschreiben.
Die Regierung hofft, das Sozialversicherungsdefizit 2026 auf 20 Milliarden Euro zu begrenzen, nach Kompromissen bei CSG und anderen Maßnahmen. Sébastien Lecornu lobte die 'Konsultationsarbeit' mit den politischen Kräften.