Der französische Senat hat am Mittwochnachmittag seine stark überarbeitete Version des Gesetzentwurfs zur Finanzierung der Sozialversicherung für 2026 (PLFSS) mit 196 Stimmen dafür und 119 dagegen verabschiedet. Die gemeinsame Kommission (CMP) aus Abgeordneten und Senatoren konnte am Abend keine Einigung erzielen und schickte den Text zurück an die Nationalversammlung für eine neue Lesung. Diese Senatsversion stellt mehrere Regierungsmaßnahmen wieder her, wie die Rentenreform, und senkt das Defizit auf 17,6 Milliarden Euro.
Der vom rechten und zentristischen Lager dominierte Senat beendete nach mehr als einer Woche Debatten mit der Annahme seines Gesetzentwurfs zur Finanzierung der Sozialversicherung für 2026 am Mittwoch, 26. November 2025. Die Senatoren strichen viele Maßnahmen, die die Nationalversammlung in der ersten Lesung hinzugefügt hatte, und veränderten damit den ursprünglichen Entwurf der Regierung tiefgreifend. Wichtige Änderungen umfassen die Ablehnung der Aussetzung der Rentenreform von Elisabeth Borne, die Wiederherstellung des Einfrierens sozialer Leistungen und Renten – außer denen unter 1.400 Euro, die an die Inflation angepasst werden – sowie die Beibehaltung des Einfrierens des CSG-Satzes, wodurch eine auf Kapitalerträge geschätzte Steuererhöhung von 2,8 Milliarden Euro vermieden wird.
Diese Version senkt das prognostizierte Sozialversicherungsdefizit für 2026 auf 17,6 Milliarden Euro im Vergleich zu 23 Milliarden im Jahr 2025 und über 24 Milliarden in der Version der Nationalversammlung. „Wir haben verantwortungsvoll gehandelt“, lobte die LR-Senatorin Corinne Imbert, während die sozialistische Senatorin Annie Le Houérou bedauerte, dass dieses Budget „die Schrecken wiederherstellt, die unsere Abgeordnetenkollegen leicht abgemildert hatten“.
Kurz darauf tagte die Gemeinsame Kommission (CMP) mit sieben Abgeordneten und sieben Senatoren hinter verschlossenen Türen, stellte aber schnell die Unmöglichkeit eines Konsenses aufgrund der zwischenkameralen Differenzen fest. „Der Senat hat den ursprünglichen Entwurf verhärtet, indem er alle sozialen und steuerlichen Gerechtigkeitsmaßnahmen der Abgeordneten gestrichen hat“, kritisierte die Öko-Abgeordnete Sandrine Rousseau. Der Text geht somit zurück an die Nationalversammlung für die Ausschusslektüre am Samstag, dann Plenarsitzung am Dienstag unter der Guillotinenregel, die Änderungsanträge einschränkt.
Arbeitsminister Jean-Pierre Farandou räumte ein, dass „noch ein weiter Weg vor uns liegt, bis wir eine endgültige und ausgewogene Version erreichen“, und hob „mögliche Übereinstimmungs Bereiche“ hervor. In der Zwischenzeit rufen liberale Ärzteverbände wie UFML zum Streik vom 5. bis 15. Januar gegen als „zerstörerisch“ für die freie Medizin eingestufte Maßnahmen auf.