Der Finanzausschuss der Nationalversammlung hat am Samstag den „Ausgaben“-Abschnitt des Haushalts 2026 abgelehnt, nach der Ablehnung des „Einnahmen“-Teils am Vortag. Die von Absentismus geplagten Diskussionen führten zu keinem Einverständnis, was das öffentliche Defizit vergrößert. Die Regierung strebt weiterhin eine Annahme bis Monatsende an, um das Defizit unter 5 % zu halten.
Am Samstag, dem 10. Januar, stimmten Abgeordnete der Nationalversammlung im Finanzausschuss gegen den „Ausgaben“-Abschnitt des Staatshaushalts 2026 in einer neuen Lesung ab. Diese Ablehnung folgte auf die Verwerfung des „Einnahmen“-Abschnitts am Freitag. Die Gruppen Rassemblement national (RN), La France insoumise (LFI), Ökologisten und Sozialisten sowie Droite républicaine lehnten den Text ab, während die Sozialisten (PS), Les Démocrates und die Gruppe Ensemble pour la République (Renaissance) sich enthielten. Mehrere andere Gruppen, darunter Libertés, indépendants, outre-mer et territoires, Horizons, Union des droites pour la République und Gauche démocrate et républicaine, fehlten bei der Abstimmung. Der besprochene Text war eine vom Senat im Dezember beschlossene Version nach dem Scheitern der Diskussionen in der ersten Lesung. Die Ausschusdebatten, die beratend sind, fanden seit Donnerstag bei erheblichem Absentismus statt und klärten nicht die Aussichten auf einen Nicht-Zensur-Pakt zwischen Regierung und PS, insbesondere im Falle der Anwendung von Artikel 49.3 oder einer Verordnung. Der Generalberichterstatter Philippe Juvin (Les Républicains) schlug einen „generellen Haarschnitt“ vor, um Kredite in allen Haushaltsmissionen außer den regalianischen Funktionen zu kürzen, mit einem Ziel von 6,2 Milliarden Euro Einsparungen. Es ergab sich keine Mehrheit, da die Abgeordneten Kürzungen bei Bildung und Ökologie – PS-Prioritäten – sowie bei Gesundheit, Sport und staatlichem Außenengagement ablehnten. Durch die Annahme der Senatsversion plus Änderungen stiegen die Ausgaben um 6,8 Milliarden Euro, was das Defizit auf 5,3 %, oder sogar 5,4 % unter Berücksichtigung der seit dem 31. Dezember entgangenen Einnahmen, treibt, nach Herrn Juvin. Die von Premierminister Sébastien Lecornu geführte Regierung hält an ihrem Ziel fest, den Haushalt bis Ende Januar zu verabschieden, was ein Defizit unter 5 % und gesteigerte Verteidigungsausgaben ermöglichen würde. Lecornu informierte derweil die Agrargewerkschaften, dass die zusätzlichen 300 Millionen Euro Hilfen, die von Ministerin Annie Genevard zugesagt wurden, erst nach Haushaltsannahme voll wirksam werden. Die Regierung sieht sich zudem zwei Zensuranträgen von LFI und RN gegenüber, die mit der Annahme des EU-Mercosur-Abkommens verknüpft sind, das von Landwirten abgelehnt wird und in Brüssel nicht blockiert wurde. Diese Debatten setzen sich ab Dienstag im Plenum fort und theoretisch bis zum 23. Januar.