Das französische Parlament hat am 23. Dezember 2025 einstimmig ein Sonderfinanzgesetz verabschiedet, um ab dem 1. Januar 2026 eine staatliche Finanzblockade zu verhindern. Dieser provisorische Text, den die Regierung von Sébastien Lecornu nach gescheiterten Verhandlungen zum Haushalt 2026 vorlegte, verlängert die Kredite von 2025 vorübergehend. Die Diskussionen über einen vollständigen Haushalt werden im Januar bei anhaltenden Unsicherheiten fortgesetzt.
Am 22. Dezember 2025 konsultierte Premierminister Sébastien Lecornu die politischen Gruppen, bevor er im Ministerrat ein dringendes Sonderfinanzgesetzesvorhaben vorlegte. Am nächsten Tag in der Nationalversammlung und dann im Senat verabschiedet, zielt dieser Text darauf ab, die Kontinuität des nationalen Lebens und den Betrieb öffentlicher Dienste zu gewährleisten, während auf einen ordentlichen Haushalt 2026 gewartet wird.
Einstimmig von den Abgeordneten verabschiedet, mit Enthaltungen der Mitglieder von La France Insoumise (LFI), verlängert das Vorhaben den Haushalt 2025 vorübergehend. Es ermächtigt den Staat, bestehende Steuern einzuziehen, Abzüge von Staatseinnahmen für lokale Behörden aufrechtzuerhalten und Kredite aufzunehmen. „Dieses Gesetz ist kein Haushalt, es ist das absolute Minimum“, räumte die Ministerin für Öffentliche Hand und Rechnungswesen Amélie de Montchalin ein. Der Generalberichterstatter für den Haushalt der Nationalversammlung, Philippe Juvin (Les Républicains), bezeichnete es als „außergewöhnlichen Text für eine ebenso außergewöhnliche Situation“, ein „Schutzmechanismus, um jede Lähmung der öffentlichen Handlung zu vermeiden“. Sein Pendant im Senat, Jean-François Husson, fügte hinzu: „Das nationale Leben muss weitergehen.“
Im Ministerrat bezeichnete Emmanuel Macron diese Maßnahme als „unbefriedigend“ und merkte an, sie „löst die Defizitprobleme nicht“ und „schafft Probleme bei den Prioritäten des Landes“. Laut Regierungssprecherin Maud Bregeon betonte der Präsident: „Wir müssen so schnell wie möglich, im Januar, der Nation einen Haushalt geben“, der „das Defizitziel von 5 % hält und unsere Prioritäten finanziert“. Lecornu hält einen Haushalt für „immer noch abstimmbar ohne Regierungsintervention“, wenn politische Kalküle beiseitegelassen werden.
Die Finanzkommission tagt am 8. und 9. Januar 2026, um den Haushalt ab der Senatsfassung zu prüfen, was den Neustart hitziger Debatten über Haushaltsunsicherheiten signalisiert.