Die Regierung von Sébastien Lecornu hat am Donnerstag zwei Misstrauensvoten in der Nationalversammlung überstanden, unterstützt von der Sozialistischen Partei im Austausch für die Aussetzung der Rentenreform. Der Antrag von La France Insoumise scheiterte mit 18 Stimmen, bei 271 Ja-Stimmen gegenüber den benötigten 289. Der Antrag des Rassemblement National erhielt nur 144 Stimmen.
Am 16. Oktober 2025 prüfte die Nationalversammlung zwei Misstrauensvoten gegen die kürzlich gebildete Lecornu-II-Regierung, die inmitten einer politischen Krise entstanden ist. Der erste Antrag, eingebracht von La France Insoumise (LFI) und unterstützt von Ökologen, Kommunisten, dem Rassemblement National (RN) und der Union des droites pour la République (UDR), wurde mit 271 Ja-Stimmen abgelehnt, 18 Stimmen unter der absoluten Mehrheit von 289. Nur sieben sozialistische Abgeordnete und ein LR-Mitglied, Alexandra Martin, stimmten dafür, während die Mehrheit sich enthielt.
Der zweite Antrag von RN und UDR erhielt nur 144 Stimmen und unterstreicht die Isolation der Nationalisten. Drei LR-Abgeordnete (François-Xavier Ceccoli, Pierre Cordier und Alexandra Martin) sowie zwei Unabhängige (Véronique Besse und Daniel Grenon) unterstützten ihn.
Dieses knappe Überleben basiert auf einem Deal mit der Sozialistischen Partei (PS), die sich enthielt im Austausch für die Aussetzung der Rentenreform bis 2027. PS-Chef Olivier Faure sagte bei France 2: 'Ich vertraue Sébastien Lecornu voll und ganz, dass er seine Verpflichtungen einhält, weil er keine andere Wahl hat.' Lecornu antwortete knapp: 'Die Debatten mussten beginnen, und sie werden beginnen.'
Der ehemalige Premierminister Édouard Philippe kritisierte die Zugeständnisse als 'zu wichtig' und argumentierte, sie schwächten das Rentensystem inmitten der demografischen Alterung. Marine Le Pen warf den Gegnern vor, Wahlen zu fürchten: 'Ihr entkommt nicht dem Votum der Franzosen.' RN-Präsident Jordan Bardella verurteilte eine 'verhandelte Mehrheit', die dem nationalen Interesse schade.
Die Haushaltsdebatten für 2026 beginnen am Montag im Ausschuss, ohne Einsatz von Artikel 49.3, in einem Kontext institutioneller Fragilität. Ein Sondergesetz bei Haushaltsversagen würde der Wirtschaft 11 Milliarden Euro kosten, nach Angaben des Ministeriums für öffentliche Rechnungen.