Die Nationalversammlung hat am 14. Januar die beiden Misstrauensanträge von La France Insoumise und Rassemblement National gegen die Regierung abgelehnt, als Reaktion auf das Freihandelsabkommen EU-Mercosur. Der LFI-Antrag erhielt nur 256 Stimmen von den benötigten 288, der des RN 142. Trotz französischer Opposition wird die EU das Abkommen am Samstag unterzeichnen.
Am 14. Januar 2026 prüfte die Nationalversammlung zwei Misstrauensanträge von La France Insoumise (LFI) und Rassemblement National (RN) gegen die Regierung des Premierministers Sébastien Lecornu, um gegen das Freihandelsabkommen EU-Mercosur zu protestieren. Die Anträge zielten darauf ab, Frankreichs 'Kapitulation' vor der Europäischen Kommission zu denunzieren, obwohl Präsident Emmanuel Macron am vergangenen Freitag dagegen gestimmt hatte. Der LFI-Antrag, der in der Vorwoche eingereicht wurde, erhielt nur 256 Stimmen, deutlich unter den 288 zur Regierungsstürzung nötigen. Der des RN, der anschließend debattiert wurde, brachte nur 142 Stimmen. Weder die Sozialistische Partei (PS) noch Les Républicains (LR) schlossen sich der Opposition an, PS-Chef Olivier Faure nannte es 'absurd', eine gegen den Deal ablehnende Regierung zu zensurieren. LR-Präsident Bruno Retailleau erklärte bei Europe 1, dass der Kampf nun im Europäischen Parlament liege. Im Debattenverlauf warf LFI-Chefin Mathilde Panot der Regierung vor, die 'Volksouveränität durch Kapitulation vor Brüssel zu verraten', und forderte die Auflösung der Versammlung. RN-Vizepräsidentin Hélène Laporte kritisierte eine 'Macht, die hartnäckig die Stimme der Franzosen ignoriert' und das Land in eine 'Lähmungssituation' bringe. Lecornu bekräftigte Frankreichs 'totale Opposition' gegen den Vertrag und bezeichnete die Oppositionen als 'Verräter, die dem Exekutiv in den Rücken fallen' inmitten 'internationaler Störungen'. Nach der Ablehnung machte Jean-Luc Mélenchon der PS zum Vorwurf, die Regierung 'gerettet' zu haben, während RN-Chef Jordan Bardella die PS-LR-Allianz mit der Mehrheit verspottete. Diese Anträge fallen in anhaltenden Bauernzorn, mit Protesten in Toulouse an diesem Tag. Obwohl Minderheit in Europa, konnte Frankreichs Haltung die geplante Samstagsunterzeichnung nicht stoppen, was Vorwürfe einer 'Scheinopposition' nährt.