Die Nationalversammlung hat am 22. Januar einen Antrag der Republikaner verabschiedet, um die Muslimbruderschaft auf die Liste terroristischer Organisationen der EU zu setzen, mit 157 Ja-Stimmen gegenüber 101 Nein-Stimmen. Dieser nicht bindende Text führte zu fünf Stunden hitziger Debatten zwischen La France Insoumise und dem Rassemblement National. Die Auseinandersetzungen hoben unvereinbare Ansichten zum Islam und Säkularismus in Frankreich hervor.
Der Vorschlag für eine europäische Resolution (PPRE), eingebracht vom Fraktionskreis der Republikaner (LR) während ihrer Parlamentsnische, wurde fast fünf Stunden in der Nationalversammlung debattiert. Er fordert die Aufnahme der Bewegung der Muslimbruderschaft in die Liste terroristischer Organisationen der Europäischen Union. Mit 157 zu 101 Stimmen angenommen, hat diese Resolution keine bindende Wirkung für die französische Regierung oder EU-Institutionen. Die Debatten eskalierten rasch zu einem heftigen Zusammenstoß zwischen La France Insoumise (LFI) und dem Rassemblement National (RN), der die LR-Fraktion selbst in den Schatten stellte. Beleidigungen wie „Verschwörungstheoretiker“, „Faschisten“, „Rassisten“, „Islamophobe“, „Partei der Ausländer“, „Antisemiten“ oder „Hamas-Unterstützer“ flogen hin und her. Die Öko-Abgeordnete Dominique Voynet (Doubs) bedauerte ein „nicht unbedingt würdiges Klima“. Um die Prüfung des Textes zu bremsen, griff LFI zu Obstruktionstaktiken, darunter neun Aufrufe zur Ordnung und zwei gewährte Sitzungspausen. Die Fraktionschefin von LFI, Mathilde Panot, berief sogar Artikel 61 des Reglements der Versammlung an, um das Quorum zu prüfen, ein seltenes Mittel, das eine 15-minütige Pause vorschreibt, falls die absolute Mehrheit fehlt. Dies unterstreicht die anhaltenden Spannungen im Haus bei sensiblen Themen wie Islam und Säkularismus, die einen gelassenen Austausch erschweren.