Neue Kinderbande in Leipzig verübt 150 Straftaten

Seit Herbst 2025 terrorisiert eine Bande aus Minderjährigen Leipzig mit Gewalttaten und Raubüberfällen. Die Polizei zählt bereits 150 Straftaten und hat eine spezielle Ermittlungsgruppe gebildet. Anführer sollen zwei elfjährige Zwillinge sein.

In Leipzig sorgen Minderjährige für Unruhe: Eine neue Kinderbande aus mehr als einem Dutzend Kindern und Jugendlichen verbreitet seit Monaten Angst durch Überfälle. Laut Polizei gehen 150 Straftaten auf ihr Konto, darunter Raub von Handys, Kleidung und Bargeld. Die Anführer sind nach Berichten der „Leipziger Volkszeitung“ zwei elfjährige Zwillingsbrüder mit hohem Gewaltpotenzial.

Die Übergriffe begannen im Westen der Stadt, insbesondere im Bezirk Grünau. Ein Vater berichtete: „Seit Monaten werden Schüler von einer Jugendbande überfallen. Ich habe Angst um mein Kind.“ Am Bischöflichen Maria-Montessori-Schulzentrum wurden Ende 2025 mehrere Fälle gemeldet, wie der Raub eines Rollers bei drei Viertklässlern oder eines Fahrrads bei Kindern der zweiten und fünften Klasse nahe dem Kulturzentrum „Heizhaus“. Eltern wurden aufgefordert, das „Heizhaus“ und das „Allee-Center“ zu meiden.

Die Polizei dementiert No-go-Areas, verstärkte aber ihre Präsenz. Mitte Dezember 2025 fand ein Treffen mit Schulleitung, Eltern und Polizeidirektion statt. Sprecher Moritz Peters sagte: „Wir nehmen ihre Sorgen, ihre Anregungen sehr ernst.“ Nach den Weihnachtsferien patrouillieren mehr Uniformierte.

Die Bande agiert stadtweit, mit mehr als 100 Straftaten durch unter 14-Jährige. Anfang Oktober 2025 wurde eine Ermittlungsgruppe mit sieben Beamten eingerichtet, die 150 Fälle bearbeitet. Erfolge: Am 10. Dezember 2025 festgenommen ein 15-Jähriger in U-Haft wegen Raub und Diebstahl. Am 24. November beteiligte er sich an mehreren Überfällen, darunter in der Innenstadt und bei Schulen im Norden. Zwei Mitglieder sitzen derzeit ein.

Auch ein Angriff auf ein koscheres Café am 7. Januar in Plagwitz wird der Bande zugeschrieben; eine Mitarbeiterin wurde verletzt, Tatverdächtige sind 10- und 11-Jährige. Die Täter, oft aus Deutschland und migrantischen Familien, posten Videos in sozialen Netzwerken. Der harte Kern umfasst neun Jungen, insgesamt 14 Mitglieder.

Die Zwillinge stammen aus einer südsudanischen Familie, geboren in Leipzig mit doppelter Staatsbürgerschaft. Ihre Mutter spricht wenig Deutsch; die Familie steht unter Betreuung. Ermittler sehen Integrationsprobleme. Ähnlich einer Bande von 2012, geführt von deutschen Zwillingen.

Herausforderungen: Strafunmündigkeit unter 14-Jährigen erschwert Maßnahmen. Top-Gewalttäter sind vier Jungen unter 14 mit je 100 Straftaten. Geschlossene Unterbringung ist möglich, doch Sachsen hat keine Einrichtungen dafür. Ein Beamter warnte: „Wir haben es mit einem hohen Gewaltlevel zu tun“, inklusive Messern und Pfefferspray. Die Polizei kooperiert mit Jugendamt und Sozialdiensten.

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