Das Bundesinnenministerium erkennt bei der neuen AfD-Jugendorganisation Generation Deutschland keine Mäßigung gegenüber der aufgelösten Jungen Alternative. In einer Antwort auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Marlene Schönberger wird von hoher personeller und ideologischer Kontinuität berichtet. Die Gründung erfolgte im November 2025 in Gießen.
Die Alternative für Deutschland (AfD) hat im November 2025 die Jugendorganisation Generation Deutschland (GD) gegründet, als Nachfolgerin der im Frühjahr 2025 aufgelösten Jungen Alternative (JA). Die JA war vom Verfassungsschutz als erwiesen rechtsextremistisch eingestuft worden, woraufhin sich die AfD von ihr distanzierte, da die lose Verbindung als eigenständiger Verein dem Image der Partei schadete.
In einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Marlene Schönberger teilt das Innenministerium mit, dass der Bundesvorstand der GD eine hohe personelle Kontinuität zur JA aufweist. Der überwiegende Teil der Funktionäre war bereits Mitglied oder Funktionär in der Vorgängerorganisation. Zudem seien Verbindungen von GD-Mitgliedern zu anderen extremistischen Gruppen bekannt.
Bei der Gründungsversammlung am 29. November 2025 in Gießen äußerten Vorstandsmitglieder, dass die GD sich nicht mäßigen, sondern an den bisherigen Inhalten festhalten wolle. Das Ministerium wertet dies als Anhaltspunkte für Bestrebungen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung. In Bewerbungsreden zeigten sich Aussagen zu einem ethnisch-abstammungsmäßigen Staatsvolksverständnis, die auf Diskriminierung deutscher Staatsbürger mit Migrationshintergrund hindeuten.
Im Gegensatz zur JA ist die GD vollständig in die AfD integriert, was der Partei mehr Kontrolle ermöglicht. Der „Spiegel“ berichtete zuerst über das Schreiben des Ministeriums.