Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jochen Kopelke, hält ein Vorgehen wie das der US-Einwanderungsbehörde ICE im Fall des getöteten Demonstranten Alex Pretti in Deutschland für ausgeschlossen. Er begründet dies mit klaren gesetzlichen Vorgaben und professioneller Polizeiausbildung. Kopelke betont, dass Abschiebungen Aufgabe der Ausländerbehörden sind und nicht der Polizei.
In Berlin hat Jochen Kopelke, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), ein Vorgehen der amerikanischen Einwanderungsbehörde ICE wie im Fall des getöteten Krankenpflegers Alex Pretti in Deutschland kategorisch ausgeschlossen. Pretti, ein 37-jähriger Intensivpfleger, wurde in Minneapolis von ICE-Vertretern erschossen, während er gegen die verschärfte Einwanderungspolitik von Präsident Donald Trump protestierte.
Kopelke erklärte gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): „Die amerikanischen Einsätze sind auf den Polizeialltag in Deutschland nicht zu übertragen.“ Er betonte: „Unsere Polizeiarbeit ist geprägt von klaren Zuständigkeiten, Gefahrenabwehr und Strafverfolgung.“ Zudem verhinderten Polizeigesetze und Versammlungsgesetze den Einsatz der Dienstwaffe in Menschenmengen. „Die Abschiebung von ausreisepflichtigen Ausländern ist Aufgabe der Ausländerbehörden und nicht Aufgabe der Polizei“, fügte er hinzu.
Der GdP-Chef hob die gute Personalauswahl und Polizeiausbildung als Grund für den Unterschied hervor: „Wir stellen gute Polizisten ein und handeln verhältnismäßig im Einsatz, das macht den Unterschied zu anderen aus.“ Nach Besuchen in US- und europäischen Polizeidienststellen konstatiert er jedoch ähnliche Herausforderungen: „Ich erlebe in den Polizeibehörden dieselben Probleme: Die Krisen dieser Welt sollen durch Polizisten gelöst werden, und die zuständigen Behörden ducken sich weg. Das schadet der Polizei und darf nicht sein.“
Die Familie von Alex Pretti sucht derzeit nach Antworten, während Proteste gegen ICE in Minnesota Teile des Bundesstaats lahmlegen. Kopelkes Aussagen unterstreichen die strukturellen Unterschiede zwischen US- und deutscher Polizeiarbeit.