Der AfD-Jugendverband „Generation Deutschland“ hat am Samstag seinen Landesverband in Thüringen gegründet. Landeschef Björn Höcke schwört den Nachwuchs auf den politischen Kampf ein und betont die Führungsrolle Thüringens in der Partei. Die Gründung erfolgte inmitten kontroverser Reden mit fremdenfeindlichen Tönen.
In Ilmenau fand am Samstag die Gründung des thüringischen Landesverbands der AfD-Jugend „Generation Deutschland“ (GD) statt. Der Verband verglich die Veranstaltung pathetisch mit dem Spiegelsaal in Versailles und der Reichsgründung 1871. Der Bundesverband war im November in Gießen entstanden, nun folgen die Länder. Die Thüringer AfD wird vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft.
Landeschef Björn Höcke unterstrich in seiner Rede den Führungsanspruch: „Wir sind der wichtigste Landesverband der AfD in Deutschland.“ Er wandte sich an den Nachwuchs: „Ihr seid Teil einer Leistungsgemeinschaft, die sich immer weiter perfektioniert.“ Höcke forderte, das Land „vom Kopf auf die Füße zu stellen“ und ein „neues Leben für Deutschland“ zu schaffen, statt Sterbebegleiter zu sein. Er erinnerte an seine Zeit in der Jungen Union und zitierte Helmut Kohls Pläne aus den 1980er Jahren, türkische Bürger zurückzuschicken: „Insofern hat die CDU die Remigration erfunden, nicht die AfD.“
Zur Landesvorsitzenden wurde die 23-jährige Carolin Lichtenheld gewählt. In ihrer Rede berichtete sie von einem Vorfall mit 14 Jahren in einem Bus, bei dem ein „arabisch aussehender Mann“ sie berührt habe. Sie forderte eine „Festung Europa“ und bediente AfD-Narrative zu Übergriffen durch Ausländer. Vize Eric Engelhardt sprach von „Ali und Mohamed“, die auf Schulhöfen „Angst und Schrecken verbreiten“, und stellte Remigration als Leitlinie dar.
Höcke erklärte gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), die Integration der Jugend in die Partei schütze vor Verbotsverfahren. Am selben Wochenende gründeten sich Verbände in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt, wo rechte Kandidaten siegten. In NRW gewann Luca Hofrath (165:88 Stimmen), in SH Jasper Griebel (mit rechtsextremer Vergangenheit), in Sachsen-Anhalt Florian Ruß (ehemals Identitäre Bewegung, Remigrationsforderungen). Lichtenheld betonte: Es gebe „keine Distanzierung zum patriotischen Vorfeld“.