Bei einer Weihnachtsfeier der Bundeswehr in Delitzsch spielte ein DJ die erste Strophe des Deutschlandlieds, was zu Rücktritt des Kommandeurs führte. Oberst Andreas Schnebelt stellte seinen Posten zur Verfügung, um weiteren Schaden abzuwenden. Der Vorfall ereignete sich am 11. Dezember vor über tausend Gästen.
Die Unteroffizierschule des Heeres in Delitzsch war Schauplatz eines umstrittenen Vorfalls während ihrer jährlichen Weihnachtsfeier am 11. Dezember. Ein ziviler Discjockey spielte vor mehr als tausend Gästen die erste Strophe des Deutschlandlieds, die mit den Worten „Deutschland, Deutschland über alles …“ beginnt. Diese Strophe stammt aus dem Jahr 1841 von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben und wurde später von den Nationalsozialisten propagandistisch missbraucht. Heute gilt nur die dritte Strophe mit „Einigkeit und Recht und Freiheit“ als offizielle Nationalhymne, wenngleich die anderen Strophen nicht verboten sind.
Der Kommandeur der Schule, Oberst Andreas Schnebelt, reagierte auf den Vorfall, indem er seinen Dienstposten zur Verfügung stellte. Das Heer folgte seinem Antrag und ernannte ab dem 5. Januar Schnebelts Stellvertreter zur vorläufigen Leitung. „Ich bedaure den Vorfall außerordentlich und übernehme die Konsequenzen“, erklärte Schnebelt. Er betonte, dass das Abspielen der Strophe und die unzureichende Aufarbeitung nicht der Führungskultur im Heer entsprachen. Ziel sei es, weiteren Schaden von der Unteroffizierschule abzuwenden.
Der Vorfall wirft ein Licht auf sensible Themen wie Rechtsextremismusvorwürfe in der Bundeswehr, die als Spiegel der Gesellschaft gesehen werden. Dennoch gibt es keine Hinweise auf eine breitere politische Agenda hinter der Musikwahl des DJs.