Der deutsche CDU-Politiker Johann Wadephul hat Vorwürfe aus Moskau, Deutschland wolle Rache für frühere Niederlagen nehmen, als Ablenkungsversuch zurückgewiesen. Dies sagte er bei einem Treffen mit dem neuseeländischen Außenminister Winston Peters in Neuseeland. Russland kritisiert die deutsche Unterstützung für die Ukraine scharf und droht mit Konsequenzen für mögliche Truppenentsendungen.
Bei einem Treffen mit seinem neuseeländischen Kollegen Winston Peters in der Bay of Islands nahe Kerikeri auf der Nordinsel Neuseelands wies Johann Wadephul, CDU-Politiker und Außenpolitiker, russische Vorwürfe des Revanchismus entschieden zurück. «Das ist ein billiger Ablenkungsversuch Russlands», sagte Wadephul im Kontext der deutschen Unterstützung für die von Russland angegriffene Ukraine.
Wadephul betonte, Deutschland habe keine Probleme, seine eigene Vergangenheit kritisch zu beleuchten. «Wir wissen, dass wir auch mit Opfern der damaligen Sowjetunion – und das waren dann auch Opfer aus der Ukraine, aber auch von anderen Völkern der Sowjetunion – von der Nazi-Herrschaft befreit worden sind», erklärte er. «Das ist eine historische Wahrheit, die bestehen bleibt und die niemand in Deutschland bestreitet.» Dennoch lasse Deutschland sich nicht verbieten, das aktuelle Handeln Russlands zu verurteilen: «Aber wir lassen es nicht zu, dass uns oder anderen der Mund verboten wird, wenn es darum geht, das verbrecherische Handeln des jetzigen und heutigen Russlands klar zu brandmarken.»
Peters äußerte sich einverstanden: Man stimme darin überein, dass die Wahrung der territorialen Integrität ein Grundprinzip des internationalen Systems sei.
Das russische Außenministerium hatte in einer schriftlichen Mitteilung nach der jährlichen Pressekonferenz von Außenminister Sergej Lawrow die deutsche Regierung beschuldigt, von der «Besessenheit getrieben» zu sein, Revanche für frühere Niederlagen zu nehmen. Teil dieses Revanchismus sei die uneingeschränkte Unterstützung der Ukraine, wo 80 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg erneut deutsche Waffen gegen russisches Gebiet eingesetzt würden. Die Bundeswehr sei bereits in Litauen stationiert; ein Einsatz in der Ukraine mache Soldaten zu legitimen Zielen.
Zu einem möglichen Bundeswehreinsatz nach Kriegsende sagte Wadephul, es liege an Russland, eine Grundlage für Frieden zu schaffen. Er lobte Neuseeland für seine Unterstützung der Ukraine, einschließlich finanzieller und militärischer Hilfe sowie Training für ukrainische Soldaten: «Neuseeland ist an der Seite Europas. Das wertschätzen wir sehr.» Deutschland arbeite konstruktiv an einer Beendigung des Kriegs, konstatiere aber destruktives Verhalten auf russischer Seite.