Dänemarks Armeechef Michael Wiggers äußert im Interview keine Zweifel an der Sicherheit Grönlands, trotz Drohungen von US-Präsident Donald Trump. Er skizziert Pläne für eine Aufrüstung in der Arktis und lobt die Zusammenarbeit mit Verbündeten wie der Bundeswehr. Dänemark betont seine Souveränität und verstärkt die militärische Präsenz.
In einem Interview in Brüssel erklärt Dänemarks Armeechef Michael Wiggers, er habe "zu keinem Zeitpunkt Zweifel hinsichtlich der Sicherheit Grönlands" gehabt, auch nicht gegenüber den Hauptgegnern Russland und China. Grönland sei sechsmal so groß wie Deutschland, weshalb die Überwachung die größte Herausforderung darstelle. Dänemark habe im vergangenen Jahr Investitionen und militärische Kapazitäten in der Arktis massiv erhöht, inklusive neuer Satellitenprogramme und unbemannter Flugzeuge. Eine Aufrüstung erfordere jedoch eine langfristige Strategie: "Aufrüstung geschieht nicht über Nacht." Wiggers fordert die NATO auf, ihr Augenmerk stärker auf die Arktis zu richten, mit Operationen und Übungen. Als NATO-Mitglied sei Dänemark verpflichtet, Grönland zu schützen, und die Verteidigung sei eine gemeinsame Aufgabe mit den USA.
Kürzlich entsandte Dänemark Truppen nach Grönland mit scharfer Munition, wie Danmarks Radio berichtet. Der Befehl erlaube das Schießen auf feindselig verhaltende Soldaten anderer Mächte, falls nötig für den Schutz vor Staatsstreich oder Invasion. Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen schweigt zu Details: "Das sind vertrauliche Informationen." Die Entsendung wurde vorgezogen aufgrund eines Treffens mit US-Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio. Ministerpräsidentin Mette Frederiksen betont, es gehe um Training unter arktischen Bedingungen, nicht gegen die USA. Professor Sten Rynning sieht darin einen abschreckenden Charakter.
Die Operation "Arctic Endurance" läuft das ganze Jahr 2026 mit NATO-Partnern wie Deutschland, Frankreich und Schweden. Patrouillenflüge mit F-35-Jets entlang der Ostküste sind geplant. Nach Treffen mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte in Brüssel erklärte Frederiksen Einigkeit über ein stärkeres Engagement in der Arktis. In Nuuk diskutiert sie mit Regionalchef Jens-Frederik Nielsen Verhandlungen über das US-Militärabkommen von 1951, das Washington revidieren möchte, etwa für den "Golden Dome". Dänemark signalisiert Diplomatie, behält aber rote Linien: "Wir geben selbstverständlich unsere Souveränität nicht auf." Wiggers lobt die Bundeswehr: Deutschland sei ein zuverlässiger Partner, und 15 Soldaten prüften kürzlich Optionen vor Ort. Gemeinsame Übungen sollen vertieft werden.