Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hat den Druck auf Dänemark im Streit um Grönland erhöht und droht offen mit einem Militäreinsatz. Regierungssprecherin Karoline Leavitt betonte, dass der Einsatz des US-Militärs eine Option sei, um die Kontrolle über die Arktisinsel zu erlangen. Dies folgt auf die US-Intervention in Venezuela und weckt Ängste vor einem Tabubruch in der Nato.
Im anhaltenden Konflikt um Grönland hat die US-Regierung unter Präsident Donald Trump ihre Ansprüche verschärft. Regierungssprecherin Karoline Leavitt erklärte: „Der Präsident und sein Team erörtern eine Reihe von Optionen, um dieses wichtige außenpolitische Ziel zu erreichen, und selbstverständlich steht dem Oberbefehlshaber der Einsatz des US-Militärs jederzeit als Option zur Verfügung.“ Die Kontrolle über Grönland sei eine „nationale Sicherheitspriorität der Vereinigten Staaten“, um Gegner wie China und Russland in der Arktis abzuschrecken.
Trump hatte seine Forderungen bereits 2019 in seiner ersten Amtszeit erhoben, was Dänemark zunächst als Scherz abtat. Vor Weihnachten wies er auf russische und chinesische Schiffe entlang der grönländischen Küste hin und betonte, es gehe nicht um Ressourcen wie Mineralien oder Öl. Kürzlich sagte er dem Magazin The Atlantic: „Wir brauchen Grönland, absolut.“ Stellvertretender Stabschef Stephen Miller bezeichnete den Anspruch als „offizielle Position der US-Regierung“ und fügte in einem CNN-Interview hinzu: „Niemand wird wegen der Zukunft Grönlands mit den USA militärisch kämpfen.“ Millers Ehefrau Katie Miller sorgte mit einem Social-Media-Post auf, der eine Karte Grönlands in US-Farben mit dem Wort „BALD“ zeigte.
Diese Äußerungen folgen auf den US-Militäreinsatz in Venezuela, bei dem Präsident Nicolás Maduro gefasst wurde und mindestens 24 Tote gemeldet wurden. Europäische Staaten, darunter Dänemark, Deutschland, Frankreich, Italien, Polen und Spanien, verurteilten die US-Pläne in einer gemeinsamen Erklärung: „Grönland gehört seinem Volk. Es ist allein Sache Dänemarks und Grönlands, über Angelegenheiten zu entscheiden.“ Dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen warnte: „Ein US-Angriff auf Grönland wäre das Ende der Nato.“
Grönlands Regierungschef Jens Frederik Nielsen rief zur Ruhe auf: „Venezuela und Grönland sind nicht vergleichbar.“ Er betonte, Grönland sei offen für Geschäfte mit den USA und wolle den Dialog mit der Nato stärken. Auf der Insel mit rund 57.000 Einwohnern, die seit 1979 weitgehend autonom ist, wachsen Besorgnisse. Einheimische wie Tierarzt Tom Amtoft äußerten Bereitschaft zum Widerstand, und Proteste werden in Chatgruppen geplant. Viele Grönländer streben die volle Unabhängigkeit von Dänemark an, doch Außen- und Verteidigungspolitik bleiben dänisch. Die strategische Lage Grönlands in der Arktis, mit US-Militärbasis in Pituffik, unterstreicht seine Bedeutung für Schifffahrt und Mineralvorkommen.
In der Nato wächst die Sorge vor einem Tabubruch, der das Bündnis gefährden könnte. Experten warnen vor dem Ende der regelbasierten Weltordnung.