US-Vizepräsident JD Vance hat europäische Führer gewarnt, die Absichten von Präsident Donald Trump bezüglich Grönland ernst zu nehmen. Trump bekräftigte seinen Anspruch auf die dänische Insel aus Gründen der nationalen Sicherheit. Mehrere europäische Länder unterstützen Dänemark und betonen das Selbstbestimmungsrecht der Grönländer.
Am Donnerstag warnte US-Vizepräsident JD Vance bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus europäische Staats- und Regierungschefs: »Mein Rat an die europäischen Staats- und Regierungschefs und alle anderen wäre, den Präsidenten der Vereinigten Staaten ernst zu nehmen.« Dies bezog sich auf Trumps Äußerungen zu Grönland. Der US-Präsident hatte am vergangenen Sonntag seinen Anspruch auf die zu Dänemark gehörende Insel bekräftigt: »Wir brauchen Grönland aus Gründen der nationalen Sicherheit«, sagte er und fügte hinzu: »Lassen Sie uns in 20 Tagen über Grönland sprechen.« US-Außenminister Marco Rubio kündigte am Mittwoch ein Treffen zu Grönland für die nächste Woche an, ohne Details zu nennen.
Die Spannungen haben zugenommen, nachdem die USA einen Militärangriff auf Venezuela durchführten und Staatschef Nicolás Maduro gefangen nahmen. Europäische Partner fürchten, dass Trump seine Drohungen zur Übernahme des rohstoffreichen und geostrategisch wichtigen Grönlands umsetzen könnte. Am Dienstag veröffentlichten mehrere europäische Führer, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), eine Erklärung mit Unterstützung für Dänemark. Großbritanniens Premierminister Keir Starmer sprach am Mittwochabend mit Trump und machte seine Position klar, wie eine Mitteilung aus 10 Downing Street bestätigte.
Europäische Verbündete wie Deutschland und Großbritannien betonen, dass nur Grönland und Dänemark über die Zukunft des autonom verwalteten Territoriums entscheiden dürfen. Historisch gesehen ist Grönland nicht zum Verkauf gestellt; ein US-Angebot von Präsident Harry Truman 1946 mit 100 Millionen Dollar in Gold wurde abgelehnt. Aktuelle Schätzungen für einen hypothetischen Kaufpreis reichen von 12,5 bis 77 Milliarden Dollar oder sogar über eine Billion Dollar, unter Berücksichtigung von Bodenschätzen und Lage. Umfragen zeigen, dass die Grönländer einen Anschluss an die USA mit großer Mehrheit ablehnen. Die USA betreiben derzeit die Pituffik Space Base auf der Insel gemäß einem Verteidigungsabkommen von 1951.