Grönland gehört seit 1933 eindeutig zum Königreich Dänemark, doch US-Präsident Donald Trump stellt dies infrage. Historisch gesehen erwarb Dänemark die Insel 1814 von Norwegen nach den Napoleonischen Kriegen. Diese Vergangenheit wirft ein Licht auf aktuelle Spannungen um die arktische Insel.
Die Geschichte Grönlands reicht über 1000 Jahre zurück und ist eng mit Skandinavien verknüpft. Um 982 entdeckte der norwegische Wikingerhäuptling Erik der Rote die Insel, nach seiner Verbannung von Island. Unter seiner Führung siedelten sich Wikinger im Westen Grönlands an, wo sie Landwirtschaft und Viehzucht betrieben, trotz der kargen Bedingungen. Indigene Völker wie die Spät-Dorset-Kultur lebten parallel, mit Handelskontakten zu den Neuankömmlingen.
Im 15. Jahrhundert verschlechterte sich das Klima durch eine kleine Eiszeit, was die Norse-Siedlungen zum Verlassen der Insel führte. Zu dieser Zeit gehörten Grönland, Island und die Färöer zu Norwegen, das 1380 von Dänemark annektiert wurde. In der Kalmarer Union (1397–1523) waren Dänemark, Norwegen und Schweden vereint, doch Norwegen blieb bis 1814 mit Dänemark verbunden.
Nach der Niederlage Dänemarks in den Napoleonischen Kriegen trat es Norwegen an Schweden ab, behielt aber Island, Färöer und Grönland gemäß dem Vertrag von Kiel 1814. Dies geschah unter Einfluss Großbritanniens, das schwedische Dominanz verhindern wollte. Die Norweger, die 1814 Unabhängigkeit anstrebten, akzeptierten die schwedische Oberherrschaft erst 1905.
Die zweite Kolonisierung begann 1721 mit dem dänisch-norwegischen Missionar Hans Egede, der Godthaab (heute Nuuk) gründete, um die Inuit zu bekehren. Er passte das Vaterunser an, indem er 'täglich Seehund' statt 'täglich Brot' einsetzte. Von 1721 bis 1953 war Grönland Kolonie, dann Teil des Königreichs. 1979 erhielt es Autonomie, seit 2009 Selbstverwaltung (Selvstyre).
Dänemark zahlt jährlich über 5 Milliarden DKK (ca. 0,75 Milliarden Euro) an Grönland. Der Spiral-Skandal (1960er–1990er) belastete die Beziehungen: Dänische Behörden setzten jungen Frauen Spiralen ein, ohne Einwilligung, um die Bevölkerung zu kontrollieren. Ministerpräsidentin Mette Frederiksen entschuldigte sich letztes Jahr und kündigte Entschädigungen an.
Trumps Interesse an Grönland, ausgedrückt in Social-Media-Posts und Interviews, wird in Nuuk als respektlos empfunden. Es könnte Dänemark und Grönland näher zusammenbringen, da man US-Kontrolle fürchtet, die Autonomie und Umweltschutz wie Uranbergbauverbote gefährden könnte.