Während US-Präsident Donald Trump nach dem Venezuela-Einsatz das Interesse an Grönland wiederholt, fordert Dänemarks Mette Frederiksen ein Ende der Drohungen und erhält Unterstützung von Schwedens Ulf Kristersson, Grönlands Jens-Frederik Nielsen sowie Berichten über britische Kontaktaufnahme inmitten des Fokus auf NATO-Schutz.
Die Kontroverse um das US-Interesse an Grönland eskalierte nach dem jüngsten US-militärischen Eingriff in Venezuela, bei dem Präsident Nicolás Maduro und seine Frau gefasst wurden. Am Samstag postete Katie Miller – Ehefrau des Trump-Beraters Stephen Miller – auf X ein Bild mit der US-Flagge über Grönland und der Bildunterschrift „Bald.“ Trump wiederholte dies in einem Sonntagsinterview mit The Atlantic: „Wir brauchen Grönland absolut. Wir brauchen es für unsere Verteidigung“, unter Berufung auf in der Nähe liegende russische und chinesische Schiffe und ohne weitere Interventionen auszuschließen.
Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen verurteilte die Rhetorik prompt in einem TV2-Interview: „Es ergibt absolut keinen Sinn, darüber zu sprechen, dass die USA Grönland übernehmen müssen“, und forderte die USA auf, Drohungen gegen einen NATO-Verbündeten zu beenden. Sie betonte: „Die USA haben kein Recht, eines der drei Länder des Reiches zu annektieren“ – Dänemark, Grönland und die Färöer – die unter NATO-Garantien stehen. Dänemark hatte zuvor den US-Gesandten einbestellt und Erklärungen zur territorialen Integrität abgegeben.
Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen nannte Millers Post „respektlos“ und bestätigte: „Unser Land steht nicht zum Verkauf.“ Schwedens Ministerpräsident Ulf Kristersson äußerte auf X Unterstützung: „Nur Dänemark und Grönland haben das Recht zu entscheiden... Schweden steht voll und ganz hinter unserem Nachbarland.“ Der ehemalige dänische Außenminister Carl Bildt kommentierte bei SVT, dass Pläne des Weißen Hauses für eine Übernahme existieren, diese aber „leichter gesagt als getan“ seien. Dänische Medien berichteten zudem, dass der britische Premierminister Keir Starmer Frederiksen kontaktiert habe, um eine gemeinsame Front gegen Trump zu besprechen.
Trumps Interesse reicht bis in seine erste Amtszeit zurück, wobei jüngste Maßnahmen wie die Ernennung eines Sondergesandten für Grönland Bedenken in Europa wecken.