Die US-Streitkräfte haben Ziele in Caracas angegriffen und Präsident Nicolás Maduro sowie seine Ehefrau gefangen genommen, wie Donald Trump ankündigte. Die deutsche Bundesregierung äußert Sorge, verurteilt die Aktion jedoch nicht. Grüne und SPD kritisieren den Bruch des Völkerrechts und fordern Deeskalation.
Die US-Militäraktion in Venezuela hat internationale Empörung ausgelöst. Am Samstag griffen US-Streitkräfte Ziele in der Hauptstadt Caracas an und nahmen Präsident Nicolás Maduro und seine Frau gefangen, wie US-Präsident Donald Trump mitteilte. Die Bundesregierung in Berlin reagierte zunächst zurückhaltend: Ein Sprecher erklärte, die Entwicklung werde "mit größter Sorge" verfolgt. Ein Krisenstab im Auswärtigen Amt berät die Situation, und es bestehe enger Kontakt zur Botschaft in Caracas. Weitere Bewertungen oder Verurteilungen gab es nicht.
Im Bundestag kritisierten die Grünen die Angriffe scharf. Fraktionschefin Katharina Dröge nannte sie einen "Bruch des Völkerrechts" und eine "gefährliche militärische Eskalation". Sie forderte die Bundesregierung auf, dies zu verurteilen und die USA zur Deeskalation, Einhaltung des Völkerrechts und Achtung der Souveränität aufzurufen. Dröge betonte, Maduros autoritäres Regime mit Wahlmanipulationen, Menschenrechtsverstößen und Repressionen sei "in keinster Weise akzeptabel", kritisierte aber auch Trumps Politik des "Rechts des Stärkeren".
Während CDU/CSU-Außenpolitiker Jürgen Hardt ein Ende von Maduros Herrschaft als "Signal der Hoffnung" sah, da dieser die Zivilgesellschaft unterdrückt und Terror sowie Drogen verbreitet habe, hielt SPD-Vize Siemtje Möller demgegenüber das US-Vorgehen für "inakzeptabel". Sie warf Trump vor, von innenpolitischen Problemen abzulenken, und warnte vor dem "Niedergang einer einst stabilen demokratischen Führungsmacht".
Die Linkspartei verurteilte die Angriffe als "Staatsterrorismus" und forderte Sanktionen gegen Trump wie gegen Putin. Auf EU-Ebene appellierte Außenbeauftragte Kaja Kallas nach einem Gespräch mit US-Außenminister Marco Rubio zur Zurückhaltung und Einhaltung des Völkerrechts. EU-Ratspräsident António Costa rief ebenfalls zur Deeskalation und einer friedlichen Lösung auf.
Ein Kommentar warnt vor Risiken für Südamerika, einer Destabilisierung der Region und freier Fahrt für Russland und China, da Trump Völkerrecht breche. Motive wie Ablenkung von Haushaltsproblemen, schlechten Umfragen und Ölvorkommen Venezuelas werden vermutet, ohne dass Trump eine klare Begründung gab.