Europäische Führer haben vorsichtig auf die US-Militäroperation in Caracas am 3. Januar 2026 reagiert, bei der der venezolanische Präsident Nicolás Maduro gefasst wurde, und Bedenken hinsichtlich Unterstützung für die Ukraine, Grönland und Völkerrecht geäußert. Frankreich zeigt eine politische Spaltung von Verurteilung links bis zu bedingter Billigung rechts.
Die US-Operation, die Präsident Donald Trump als gegen Drogenhandel und venezolanische Ölvorkommen gerichtet rechtfertigte, rief gemessene EU-Reaktionen hervor. Der Block riet Fluggesellschaften, den venezolanischen Luftraum zu meiden, unterließ es aber, Washington zu verurteilen, aus Angst vor Auswirkungen auf die Hilfe für die Ukraine gegen Russland und die dänische Kontrolle über Grönland – von Trump begehrt. Der dänische Botschafter in den USA betonte auf X den «totalen Respekt vor der Integrität des Königreichs Dänemark».
Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni nannte das Eingreifen «legitim» und «defensiv». In Frankreich kritisierte Außenminister Jean-Noël Barrot es als Verstoß gegen das Völkerrecht und beharrte darauf, dass «keine dauerhafte politische Lösung von außen aufgezwungen werden kann». Präsident Emmanuel Macron erkannte auf X das Ende der «Maduro-Diktatur» an, lobte die Befreiung Venezuelas, ohne die US-Rolle zu erwähnen; sein Büro betonte den Respekt vor dem Völkerrecht nach der Absetzung.
Die Linke brach in Empörung aus: Jean-Luc Mélenchon (La France insoumise) wies jede «gute Invasion» zurück und verurteilte US-Ölambitionen sowie Macrons Heuchelei. Olivier Faure (PS) bezeichnete Frankreich als «Vasall der USA», Fabien Roussel (PCF) als «51. Staat». Eine Protestkundgebung fand auf dem Platz de la République statt, organisiert von LFI, PCF und Révolution permanente.
Auf der Rechten verurteilte Marine Le Pen (RN) das Maduro-Regime, verteidigte aber die Souveränität: «Dieses Prinzip heute für Venezuela aufzugeben, hieße, morgen unsere eigene Knechtschaft zu akzeptieren». Bruno Retailleau (LR) forderte Maßnahmen gegen Drogenhandel, während er die venezolanische Souveränität verteidigte. Raphaël Glucksmann bedauerte eine «Welt ohne Völkerrecht». Wirtschaftsminister Roland Lescure begrüßte den Fall des Diktators, bedauerte aber die Methode. Ehemaliger Premierminister Dominique de Villepin warf Macron vor, Trump wegen Ukraine-Vorteilen zu besänftigen. Gabriel Attal sah darin Beweis für eine kraftdominierte Weltordnung und forderte europäische Anpassung.