Nach dem US-Militäreinsatz, der zur Festnahme des venezolanischen Machthabers Nicolás Maduro führte, wurde Delcy Rodríguez als Interimspräsidentin vereidigt. Die Lage im Land bleibt unübersichtlich, während zentrale Figuren des alten Regimes mit der US-Regierung umgehen. Beobachter warnen vor Konfliktpotenzial durch schwindende Allianzen.
Am 3. Januar landeten US-Einheiten in Caracas und nahmen Nicolás Maduro fest. Zwei Tage später wurde Delcy Rodríguez (56), die ehemalige Vizepräsidentin, auf unbestimmte Zeit als Interimspräsidentin vereidigt. Obwohl die venezolanische Verfassung Neuwahlen innerhalb von 30 Tagen vorsieht, plant US-Präsident Donald Trump derzeit keine. Er warnte Rodríguez, dass sie einen 'noch höheren Preis' zahlen würde, wenn sie 'nicht das Richtige' tue.
Rodríguez, eine Anhängerin des chavistischen Regimes, kritisierte den US-Angriff zunächst scharf und forderte Maduros Rückführung. Später strebte sie eine 'ausgewogene und respektvolle Beziehung' zu den USA an. Ihre Familie ist eng mit dem Regime verbunden: Ihr Vater wurde 1976 von Sicherheitskräften getötet. Als ehemalige Ölministerin hat sie Kontakte in die Industrie, was Trumps Entscheidung, sie zu unterstützen, erklären könnte.
Ihr Bruder Jorge Rodríguez (60), Präsident der Nationalversammlung, nahm ihren Amtseid ab. Die Geschwister galten als Stützen des Maduro-Regimes. Gerüchte deuten auf Vorschläge für einen 'Madurismus ohne Maduro' hin, die die USA ablehnten.
Diosdado Cabello (62), Justiz- und Innenminister, kontrolliert Polizei und bewaffnete 'Colectivos', die nun Checkpoints in Caracas errichten. Auf ihn steht ein US-Kopfgeld von 25 Millionen Dollar wegen Drogendelikten. Experte Jesus Renzullo vom GIGA warnt: 'Er wird sich nicht einfach geschlagen geben.'
Verteidigungsminister Vladimir Padrino (62) sprach von 'imperialer Aggression' und meldete 100 Tote, darunter 32 kubanische Sicherheitskräfte. Maduros Sohn Nicolás Maduro Guerra (35) unterstützt Rodríguez und warnte: 'Wenn wir die Entführung eines Staatsoberhauptes normalisieren, ist kein Land mehr sicher.'
Die Entwicklung bleibt unvorhersehbar, mit Risiken für bewaffnete Auseinandersetzungen.