In seiner ersten Neujahrsansprache als Bundeskanzler hat Friedrich Merz trotz internationaler Spannungen zu Zuversicht aufgerufen und grundlegende Reformen für 2026 angekündigt. Er betonte die Selbstverantwortung Deutschlands gegenüber Großmächten und hob Herausforderungen wie den Ukraine-Krieg sowie soziale Umbrüche hervor. 2026 könne ein Moment des Aufbruchs werden, forderte Merz.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat in seiner Neujahrsansprache am Silvesterabend 2025 zu einem positiven Ausblick aufgerufen. "Wir haben es selbst in der Hand, jede dieser Herausforderungen aus eigener Kraft zu bewältigen. Wir sind nicht Opfer von äußeren Umständen. Wir sind kein Spielball von Großmächten", sagte er. Deutschland habe sich immer wieder aus Krisen gestärkt erneuert.
Merz erinnerte an den laufenden Krieg in der Ukraine, der Europas Freiheit und Sicherheit bedrohe. "Ein schrecklicher Krieg tobt in Europa. Es ist ein Krieg, der auch unsere Freiheit und unsere Sicherheit unmittelbar bedroht", erklärte er. Die Ukrainer feiern das vierte Neujahr unter Raketenbeschuss, oft ohne Strom. Russlands Angriff richte sich gegen ganz Europa, und Deutschland erleide täglich Sabotage, Spionage und Cyberangriffe. Die Partnerschaft zu den USA unter Donald Trump verändere sich, weshalb Europa seine Interessen stärker selbst verteidigen müsse. Ziel sei die Erneuerung der Fundamente von Freiheit, Sicherheit und Wohlstand.
Innenpolitisch kündigte Merz Reformen an. Die Regierung habe Anreize für legale Migration geschaffen und illegale Routen geschlossen, Unternehmen entlastet und Bürokratie abgebaut. Dennoch reiche das nicht: "Wir werden im nächsten Jahr grundlegende Reformen beschließen müssen, damit unsere Sozialsysteme auf Dauer finanzierbar bleiben." Aufgrund der alternden Gesellschaft und in Rente gehender Geburtenstarker Jahrgänge müsse eine neue Balance zwischen Generationen entstehen. Die Wirtschaft stehe unter Druck durch Reformen, Kosten und Handelskonflikte, neue Technologien revolutionierten Arbeit und Leben.
"So kann das Jahr 2026 ein Moment des Aufbruchs werden", sagte Merz. "Dafür müssen wir uns selbst vertrauen, unserem Mut und unserer Tatkraft." Er appellierte an Vertrauen in demokratische Prozesse, die zäh, aber tragfähig seien, trotz eines schwierigen Wahljahrs. "Hören wir nicht auf die Angstmacher und auf die Schwarzmaler", mahnte er.