Präsident Emmanuel Macron hat am Mittwochabend seine Neujahrsgrüße für 2026 an die Franzosen gerichtet und erklärt, dass dieses Jahr «muss und wird ein nützliches Jahr sein». In einer kurzen Ansprache von weniger als zehn Minuten sprach er über innen- und außenpolitische Herausforderungen und bekräftigte sein Engagement bis zum Ende seiner Amtszeit.
Emmanuel Macron hielt am 31. Dezember 2025 um 20 Uhr seine neunte Neujahrsansprache an die Franzosen in einer schlichten Fernsehrede von etwa zehn Minuten. Am Ende seiner zweiten Amtszeit betonte der Staatschef sein Engagement: «Ich werde bis zur allerletzten Sekunde arbeiten und mich jeden Tag bemühen, dem Mandat gerecht zu werden, das Sie mir anvertraut haben». Er bezeichnete 2026 als «nützliches Jahr» und forderte schnelle Einigungen über den Staatshaushalt zwischen Regierung und Parlament in den ersten Wochen, wobei er Premierminister Sébastien Lecornu dankte.
Zu den Prioritätsprojekten zählte Macron die ersten Schritte des freiwilligen Nationaldienstes für Jugendliche, einen Gesetzentwurf im Januar zur Sperrung sozialer Netzwerke für Jugendliche und die Fertigstellung der Gesetzgebung zu Fragen am Lebensende, wobei der Text ab dem 20. Januar im Senat zur Prüfung vorgelegt wird. Ein Referendum schloss er bei stockenden Debatten nicht aus.
Politisch erwähnte er die Präsidentschaftswahl 2027, an der er nicht teilnimmt, und versprach, sie vor ausländischen Einflüssen, insbesondere Manipulationen in sozialen Medien, zu schützen. Ein indirekter Seitenhieb auf seinen ehemaligen Premierminister Édouard Philippe, der vorgezogene Wahlen forderte, unterstreicht seine Weigerung zurückzutreten.
International angesichts des «Rückkehr der Imperien» und Herausforderungen für die Weltordnung plädierte Macron für die Beschleunigung der «Europa der Verteidigung». Ein Treffen der Koalition der Willigen findet am 6. Januar in Paris statt, um die Ukraine zu unterstützen und dauerhaften Frieden anzustreben. Er forderte ferner faire Handelsregeln zum Schutz der europäischen Industrie und Landwirtschaft.
Unter Anerkennung der Spaltungen in Frankreich – rückläufige Geburtenzahlen, Unsicherheit, Kaufkraft – und globaler «Unordnungen» zog er eine positive Bilanz von Wachstum und Beschäftigung und mahnte, dem «Geist der Zeit» mit mehr Güte und Humanität zu widerstehen. Sein Wunsch: Klima, Biodiversität, Wachstum und Unabhängigkeit zu versöhnen für eine solidarischere Nation.