Die Neujahrsansprache von Präsident Emmanuel Macron am 31. Dezember 2025 – die kürzeste seit 2017 mit unter 10 Minuten – lockte 8,9 Millionen Zuschauer, ein Rückgang gegenüber 2024. In einem Ton der Resignation aus dem Élysée-Palast gehalten, betonte sie die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit, skizzierte Prioritäten für 2026 und sprach seinen Abschied 2027 an, vor dem Hintergrund politischer Instabilität und niedriger Beliebtheitsraten.
Aus dem Salon des Ambassadeurs im Élysée-Palast, sitzend neben einem Weihnachtsbaum und Kerzen, hielt Macron seine vorletzte Neujahrsrede, ohne seine gesamte Amtszeit zu bilanzieren, und bekräftigte lediglich die Stärke Frankreichs inmitten öffentlicher Zweifel.
Aufbauend auf den angekündigten Prioritäten (freiwilliger Nationaldienst, digitale Schutzmaßnahmen für Jugendliche ab 15 Jahren und Sterbehilfegesetzgebung), lobte die Ansprache die niedrige Inflation und Beschäftigungsgewinne, ließ aber die politische Krise oder die öffentlichen Finanzen aus. In einem globalen Kontext des Aufstiegs des Nationalismus – einschließlich unter US-Präsident Trump – berief sich Macron auf französische Werte wie Humanität, Frieden und Freiheit, zitierte Albert Camus und verwies auf den Historiker Marc Bloch, der bald in den Panthéon aufgenommen wird, um zum Widerstand gegen «den Zeitgeist» aufzurufen.
Erstmals stellte er explizit seine Unwahlbarkeit für die Präsidentschaftswahl 2027 fest und versprach, bis zum letzten Moment zu arbeiten und sie vor ausländischer Einmischung zu schützen.
Die Gesamtzuschauerzahl betrug 8,9 Millionen (Médiamétrie), davon 7,8 Millionen auf den Hauptkanälen: TF1 (3,15 Millionen), France 2 (2,86 Millionen), M6 (1,23 Millionen), France 3 (523.000) – ein Rückgang gegenüber früheren Jahren, was die Höhe der Unbeliebtheit nach der Auflösung der Nationalversammlung 2024 widerspiegelt. Der ehemalige Premierminister Édouard Philippe äußerte im Dezember 2025: «Nichts Wichtiges für das Land wird wirklich geschehen, bis zur nächsten Präsidentschaftswahl.» Ein anonymer Minister fügte hinzu: «Er steckt wirklich in einer ausweglosen Situation. Sein Image ist sehr, sehr beschädigt, und dann gibt es noch den End-of-Term-Effekt: Er verlässt das Spielfeld.» So scheint Macron auf eine Lame-Duck-Rolle in einem geteilten Frankreich zugeschnitten.