Präsident Emmanuel Macron gab am Donnerstag in Varces, Isère, die Schaffung eines freiwilligen und rein militärischen Wehrdienstes von zehn Monaten für junge Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren bekannt. Dieses Programm, das im Sommer 2026 mit 3.000 Freiwilligen startet, soll die Streitkräfte angesichts russischer Bedrohungen stärken. Es genießt breite Zustimmung von 80 % der Franzosen laut einer Umfrage von Odoxa für Le Figaro.
Während seines Besuchs in Varces bei der 27. Berginfanterie-Brigade skizzierte Emmanuel Macron die Details dieses neuen Wehrdienstes, der den universellen Nationaldienst (SNU) ersetzen soll, der für den aktuellen strategischen Kontext ungeeignet ist. „Wir können nicht in die Zeit der Wehrpflicht zurückkehren“, sagte der Präsident und schloss eine Pflichtkomponente in normalen Zeiten aus, warnte aber, dass im Falle einer großen Krise das Parlament die Einberufung über Freiwillige hinaus erweitern könnte.
Der Dienst, ausschließlich militärisch und vom Ministerium für die Streitkräfte beaufsichtigt, beginnt mit einem Monat anfänglicher Ausbildung, gefolgt von neun Monaten in Einheiten auf nationalem Territorium, einschließlich Überseegebiete. Freiwillige, hauptsächlich 18 oder 19 Jahre alt, aber bis 25 für spezifische Profile, tragen Uniformen und erhalten ein monatliches Gehalt von 800 Euro, während sie untergebracht und verpflegt werden. Sie nehmen an Missionen wie der Operation Sentinelle oder Bevölkerungshilfe teil, ohne Auslandseinsatz.
Das Ziel ist es, die Bedürfnisse der Streitkräfte inmitten beschleunigter Krisen zu decken, mit einem Ziel von 3.000 Eintritten 2026, 10.000 im Jahr 2030 und 50.000 im Jahr 2035, die dann der operativen Reserve beitreten. Die Finanzierung beläuft sich auf 2,3 Milliarden Euro von 2026 bis 2030 durch die Aktualisierung des Rahmengesetzes für die Streitkräfte. Derweil wird der Tag der Verteidigung und Bürgerschaft zum „Mobilisierungstag“, mit stärkerem militärischem Fokus.
Eine Umfrage von Odoxa-Backbone Consulting für Le Figaro zeigt, dass 61 % der Franzosen die Abschaffung des Wehrdienstes 1996 bedauern und 88 % seine Rückkehr befürworten. Die Zustimmung liegt bei 80 %, quer durch politische Lager: 63 % bei den Insoumis, 82 % bei Rassemblement National, 83 % bei der Sozialistischen Partei und 84 % bei den Republikanern. Dieses Programm ergänzt bestehende Initiativen wie den freiwilligen Wehrdienst (SMV) seit 2015 und den angepassten Wehrdienst (SMA).