Französische Regierung startet Rekrutierungskampagne für nationalen Militärdienst

Am 12. Januar 2026 hat das französische Ministerium für die Streitkräfte eine Rekrutierungskampagne für einen neuen militärischen und freiwilligen Nationaldienst für Jugendliche im Alter von 18 bis 25 Jahren gestartet. Von Emmanuel Macron im November 2025 angekündigt, soll die Initiative die Bindungen zwischen Armee und Nation inmitten geopolitischer Bedrohungen stärken. Freiwillige werden zehn Monate ausschließlich auf nationalem Territorium dienen, mit dem Ziel von 3.000 Rekruten im Jahr 2026.

In einer ungewöhnlichen Pressekonferenz am 12. Januar 2026 in Paris stellten die Ministerin für die Streitkräfte Catherine Vautrin und der Generalstabschef General Fabien Mandon Details zu diesem nationalen Militärdienst vor, in Begleitung der Stabschefs von Heer, Luft- und Raumstreitkräften sowie Marine. Von Präsident Emmanuel Macron am 27. November 2025 angekündigt, ersetzt das Programm den Universal-Nationaldienst (SNU), der 2019 für 15- bis 17-Jährige gestartet, aber nie verallgemeinert wurde und für den strategischen Kontext nach der russischen Invasion in der Ukraine 2022 als ungeeignet gilt. Der SNU wird nun zugunsten dieses „rein militärischen“ Dienstes aufgegeben, so das Élysée. Offen für Männer und Frauen von 18 bis 25 Jahren dauert der Dienst zehn Monate: ein Monat Grundausbildung gefolgt von neun Monaten Einheiteneingliederung im metropolitanen Frankreich oder Überseegebieten. Keine Auslandseinsätze sind geplant, auch nicht angesichts russischer Spannungen. Freiwillige, ausgewählt nach medizinischer Tauglichkeit, Motivation und Bedarf der Armee, erhalten etwa 800 Euro brutto monatlich zuzüglich Unterkunft, Verpflegung und Ausrüstung. Achtzig Prozent werden 18- bis 19-Jährige sein, für die die Zeit als Gap Year gilt und Parcoursup-Bewerbungen sichert. Die restlichen 20 Prozent, spezialisierte Profile (Ingenieure, Pflegekräfte etc.), dienen bis 25 als Aspiranten. Nach dem Dienst können sie das Studium fortsetzen, Reserven oder aktiven Dienst beitreten und treten in eine fünfjährige operative Reserve ein (möglicher jährlicher Fünftage-Rückruf). General Mandon betonte, dass die Wehrpflichtigen die „Widerstandsfähigkeit“ der Nation stärken werden, trainiert zum Einsatz in solidaren Gruppen unabhängig vom Hintergrund. Vielfältige Rollen: Infanteristen, Drohnenpiloten, Luftbasis-Schützer oder Borddienst für 20 Prozent in der Marine. Die Kampagne nutzt regionale Presse, eine eigene Website, soziale Medien und den Tag der Mobilisierung (ehemals Tag der Verteidigung und Bürgerschaft). Ziele: 3.000 im 2026 (1.800 Heer, 600 Luft/Raum, 600 Marine), 4.000 im 2027, 10.000 im 2030 und 42.500 bis 2035. Geschätzte Kosten: 2,3 Milliarden Euro für 2026–2030, davon 1,4 Milliarden für Infrastruktur und 150 Millionen im 2026. Catherine Vautrin beruhigte bezüglich weiterer Verpflichtungen: „Die Option einer allgemeinen Mobilmachung erfordert eine Parlamentsabstimmung; sie gilt wirklich nur unter außergewöhnlichen Bedingungen, wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gesehen.“ Dieser Dienst passt in ein hybrides Armeemodell: 200.000 aktives Personal, 47.000 Reservisten (80.000 bis 2030) plus Wehrpflichtige, die mit dem Freiwilligen Militärdienst (SMV) und dem Angepassten Militärdienst (SMA) für berufliche Integration koexistieren.“

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