Nach dem Ukraine-Gipfel in Florida müssen Europäer die Illusion aufgeben, dass der russische Angriffskrieg bald durch Verhandlungen endet. US-Präsident Donald Trump schürt falsche Hoffnungen, während Wladimir Putin keine Kompromisse eingeht. Europa muss entschlossener handeln, um eine ukrainische Niederlage zu verhindern.
Der Ukraine-Gipfel in Florida hat die Realitäten des Krieges scharf beleuchtet. Seit Trumps Amtsantritt im Januar 2025 nährt der US-Präsident Hoffnungen auf einen baldigen Frieden mit Aussagen, die als politisch naiv gelten. Er lässt sich dabei zum Werkzeug Putins machen, der Zeit gewinnt, indem er Verhandlungen blockiert.
Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in den Monaten der Friedensbemühungen Zugeständnisse gemacht: Er stimmt einer sofortigen Waffenruhe zu, hält bei Sicherheitsgarantien Neuwahlen ab und akzeptiert eine entmilitarisierte Zone im Osten. Putin hingegen bewegt sich nicht; stattdessen bombardiert Russland Zivilisten, sogar über Weihnachten, und droht, „alle Probleme mit Gewalt zu lösen“.
Trump wiederholt Kreml-Propaganda, etwa mit der Aussage: „Russland wünscht sich den Erfolg der Ukraine.“ Kurz vor dem Treffen mit Selenskyj telefonierte er mit Putin. In seiner jährlichen Live-Show schob Putin die Verantwortung für eine Waffenruhe Kiew zu und pries das russische Wirtschaftswachstum.
Außenminister Sergej Lawrow warf der Ukraine vor, die Zivilbevölkerung zu terrorisieren: „Dieses Regime terrorisiert die Zivilbevölkerung, indem es mit Sabotageakten gezielt zivile Infrastruktur in unserem Land angreift.“ Er sieht die Europäer als Nutzer der Ukraine „als Rammbock gegen Russland“.
Der Gipfel brachte kaum Fortschritte; Trump und Selenskyj versprachen weitere Gespräche. Der Krieg könnte sich hinziehen, bis einer Seite die Kraft ausgeht. Unter Trump sind die USA kein Verbündeter mehr, sondern Gegner. Europa sollte Sanktionen verschärfen und Waffenlieferungen, wie Taurus-Raketen aus Deutschland, ausbauen, um eine ukrainische Niederlage mit weitreichenden Folgen abzuwenden.