Europäische Staatschefs unter Führung von Bundeskanzler Friedrich Merz haben in Berlin eine multinationale Schutztruppe für einen möglichen Waffenstillstand in der Ukraine angeboten, unterstützt von den USA. Die Initiative folgt auf zweitägige Verhandlungen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und US-Vertretern. Fortschritte bei Sicherheitsgarantien wurden erzielt, doch Gebietsfragen bleiben umstritten.
In Berlin haben sich am 15. und 16. Dezember 2025 Vertreter Europas, der Ukraine und der USA zu intensiven Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Kriegs getroffen. Im Zentrum stand die Weiterentwicklung eines US-Friedensplans ohne russische Beteiligung. Eine gemeinsame Erklärung, unterzeichnet von Kanzler Friedrich Merz sowie Führern aus Frankreich, Großbritannien, Polen, Italien, Dänemark, Finnland, den Niederlanden, Norwegen und Schweden, sowie EU-Ratspräsident António Costa und Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, schlägt eine von Europa geführte Schutztruppe vor. Diese solle, unterstützt von den USA, die ukrainischen Streitkräfte – die in Friedenszeiten 800.000 Soldaten umfassen sollen – unterstützen und den Luftraum sowie die Meere sichern, einschließlich Operationen innerhalb der Ukraine.
US-Präsident Donald Trump äußerte Optimismus: „Ich denke, wir sind jetzt näher dran als je zuvor.“ Er betonte jedoch die Schwierigkeit: „Das sagen wir schon seit Langem, und es ist eine schwierige Angelegenheit.“ Merz lobte die US-Garantien als „wirklich beachtlich“ und einen „ganz wichtigen Fortschritt“. Selenskyj akzeptierte, dass ein NATO-Beitritt unrealistisch ist, und hofft auf Garantien ähnlich Artikel 5 des NATO-Vertrags, die einen Angriff auf die Ukraine wie einen auf alle Bündnisstaaten behandeln würden.
Keine Einigung erzielte man bei Gebietsabtretungen. Selenskyj sprach von „unterschiedlichen Positionen“ und wies Forderungen Russlands nach Abtretung strategischer Städte im Donbass zurück, da dies gegen die ukrainische Verfassung verstoße. Russland lehnt Truppen zur Überwachung kategorisch ab und sieht sie als militärisches Ziel. Die USA planen, Ergebnisse mit Moskau abzustimmen, möglicherweise in einem Treffen in Miami. Merz forderte einen Waffenstillstand über Weihnachten und drängt auf eine EU-Entscheidung über die Nutzung eingefrorener russischer Vermögen in Höhe von 185 Milliarden Euro.