Ein Tribunal für richterliches Verhalten hat den Richterpräsidenten des Eastern Cape, Selby Mbenenge, von anfechtbarer Führung in einem Fall sexueller Belästigung freigesprochen, doch die Rechtswissenschaftlerin Dr. Sheena Swemmer kritisiert, dass der Bericht zentrale Verfassungsgrundsätze zu Gleichheit und Machtungleichgewichten ignoriert.
Der Bericht des Tribunals für richterliches Verhalten, das Richterpräsident Selby Mbenenge von anfechtbarer Führung im Zusammenhang mit Vorwürfen sexueller Belästigung freisprach, stößt auf scharfe Kritik wegen seiner Behandlung von Neutralität, Voreingenommenheit und Machtdynamiken. Dr. Sheena Swemmer, Leiterin des Gender-Justice-Bereichs am Centre for Applied Legal Studies der Wits University, argumentiert, dass der Rahmen des Tribunals nicht mit dem südafrikanischen Verfassungsrecht übereinstimmt, insbesondere den Abschnitten 9 und 12, die Gleichheit und Freiheit von Gewalt garantieren. Swemmer bemerkt, dass der Bericht auf strenge Neutralität pocht und jede Vermutung von Voreingenommenheit ablehnt, die aus der untergeordneten Position der Klägerin als schwarze Frau im Vergleich zur leitenden Rolle von Mbenenge resultieren könnte. Sie hält dies jedoch für einen Fehler, da das Gleichheitsrecht eine Verschiebung der Beweislast vorschreibt. Sobald ein prima-facie-Fall sexueller Belästigung – bei niedriger Hürde – vorliegt, muss der Beklagte dies mit überwiegender Wahrscheinlichkeit widerlegen. Das Tribunal habe nach Swemmer diesen Mechanismus nicht angewandt und den Fall so behandelt, als ob gleiche Ausgangspunkte bestünden, trotz historischer und struktureller Ungleichheiten. Die Kritik erstreckt sich auf die Vorsicht des Tribunals, Machtungleichgewichte aus institutionellen Hierarchien abzuleiten. Swemmer betont, dass verfassungsrechtliche Gleichheit die Berücksichtigung systemischer geschlechtsspezifischer Gewalt gegen schwarze Frauen erfordert und dem Staat positive Pflichten auferlegt, solchen Schaden zu bekämpfen. Indem der Bericht die Analyse von diesen Kontexten löst, fördere er formale statt substanzielle Gleichheit. Swemmer schlägt vor, dass die richtige Perspektive zu einer anderen Auslegung der Beweise geführt hätte, bei der offene Zweifel der Klägerin zugutekämen. Die Entscheidung, warnt sie, werde die Debatten über sexuelle Belästigung in Südafrika jahrelang prägen.