Dr Wouter Basson, ehemaliger Leiter des Chemiewaffenprogramms der Apartheid-Ära, klagt vor Gericht gegen den Health Professions Council of South Africa (HPCSA), um langjährige Fehlverhaltensvorwürfe fallen zu lassen. Der 75-jährige Kardiologe argumentiert, dass die Verfahren, die aus seiner Rolle im Project Coast resultieren, nach Jahrzehnten der Verzögerungen ungerecht und voreingenommen sind. Der Fall ist für mündliche Verhandlung im Februar 2026 vor der Gauteng Division des High Court in Pretoria angesetzt.
Dr Wouter Basson, bekannt als „Dr Death“ für seine Beteiligung am Chemiewaffenprogramm Project Coast des Apartheid-Regimes, steht erneut im Fokus des Health Professions Council of South Africa (HPCSA). Der Rat erhob 2000 Fehlverhaltensvorwürfe gegen ihn im Zusammenhang mit seiner Rolle als Leiter des Programms. Über zwei Jahrzehnte hinweg waren die Disziplinarverfahren von Unterbrechungen und rechtlichen Herausforderungen geprägt.
2019 befahl das Verfassungsgericht dem ursprünglichen Schiedspanel, sich wegen Befangenheit zu disqualifizieren. Daraufhin teilte die HPCSA 2024 mit, die Verfahren mit einem neuen Panel wieder aufzunehmen. Basson legt nun gegen diese Entscheidung beim Gauteng Division des High Court in Pretoria Berufung ein und verlangt die vollständige Einstellung der Vorwürfe.
In seiner eidesstattlichen Versicherung stellt Basson dar, dass die Beschwerden etwa 20 Jahre nach den mutmaßlichen Vorfällen von Personen ohne persönliche Kenntnis der Ereignisse eingereicht wurden. Er weist darauf hin, dass seit der Einreichung 25 Jahre vergangen sind. Zudem betont er, dass die Fehlverhaltensvorwürfe den strafrechtlichen Vorwürfen entsprechen, von denen er 2002 freigesprochen wurde, wobei nachfolgende Berufungen vom Supreme Court of Appeal und vom Verfassungsgericht abgewiesen wurden.
Basson argumentiert, dass die Fortsetzung des Verfahrens ihm erheblichen Schaden zufügen würde und seine Rechte auf ein faires Verfahren, faire Verwaltungshandlungen, Berufsfreiheit, Privatsphäre und Freiheit verletzen würde.
Prenitha Kantha Padayachee, Leiterin der Rechts- und Regulierungsabteilung der HPCSA, widerspricht in ihrer eidesstattlichen Versicherung und erklärt, dass der Rat als Hüter der medizinischen und zahnärztlichen Berufe auf prima-facie-Beweise für Fehlverhalten reagieren müsse. Sie skizziert die Geschichte des Falls seit 2000 und führt Verzögerungen teilweise auf Finanzstreitigkeiten zurück, einschließlich der Wartezeit der Anwälte Bassons auf Bestätigung der Kostenübernahme durch das Department of Defence.
Ein internes HPCSA-Memorandum vom 10. Juni 2020 zeigt, dass der Rat die Einstellung des Verfahrens wegen Kosten in Betracht zog, nachdem bereits rund 5 Millionen Rand ausgegeben worden waren. Dennoch wurde fortgefahren, angesichts öffentlicher Aufmerksamkeit. Die mündliche Verhandlung ist für Februar 2026 angesetzt.