TSE-Präsidentin Ministerin Cármen Lúcia hat zehn ethische Verhaltensrichtlinien für Richter der Regionalen Wahlgerichte (TRE) bei der Eröffnung des Wahlgerichtsjahrs 2026 verkündet. Sie betonte die Notwendigkeit von Transparenz und Strenge gegen ethische Abweichungen vor den allgemeinen Wahlen im Oktober. Wahlgeneralstaatsanwalt Paulo Gonet warnte vor Risiken durch Missbrauch künstlicher Intelligenz in Wahlkämpfen.
Am Abend des 2. Februar 2026 hielt das Oberste Wahlgericht (TSE) eine außerordentliche Sitzung ab, um das Wahlgerichtsjahr 2026 zu eröffnen und den Rahmen für die allgemeinen Wahlen im Oktober zu setzen, bei denen Brasilien Präsident, Gouverneure, Senatoren und Abgeordnete wählen wird. TSE-Präsidentin Ministerin Cármen Lúcia forderte die politischen Parteien auf, im 'Rahmen der Gesetzmäßigkeit' zu handeln, und verteidigte die Rolle der Presse bei der institutionellen Korrektur. 'Es gibt keinen Raum für Illegalität oder rechtliche Abweichungen', erklärte sie und unterstrich die Notwendigkeit eines zuverlässigen und transparenten Justizsystems zum Schutz verfassungsmäßiger Rechte. Cármen Lúcia kündigte zehn Verhaltensempfehlungen für Richter der Regionalen Wahlgerichte (TRE) an, die am 10. Februar in einem Treffen mit deren Präsidenten besprochen werden. Zu den Richtlinien gehören die Sicherstellung der Öffentlichkeit von Verhandlungen, Zurückhaltung bei öffentlichen Äußerungen zu Wahlen, das Verbot der Teilnahme an Veranstaltungen mit Kandidaten zur Vermeidung von Interessenkonflikten sowie Verbote persönlicher politischer Vorlieben oder Annahme von Geschenken, die die Unparteilichkeit in Frage stellen. 'Äußerungen in irgendeinem Medium zur persönlichen politischen Wahl des Richters sind inakzeptabel, da sie Zweifel an der Unparteilichkeit aufkommen lassen', sagte die Ministerin. Sie betonte ferner, dass Transparenz eine 'republikanische Verpflichtung' sei, um freie Wahlen zu gewährleisten. Wahlgeneralstaatsanwalt Paulo Gonet warnte vor den Gefahren künstlicher Intelligenz in Wahlkämpfen und merkte an, dass missratene Personen sie für Straftaten missbrauchen könnten. Cármen Lúcia ergänzte mit Hinweis auf präventive und repressive Maßnahmen gegen Technologien, die 'Wissen und Information verunreinigen'. Der STF-Präsident Edson Fachin ernannte Cármen derweil zur Berichterstatterin beim Ethik-Kodex des Obersten Gerichtshofs inmitten von Debatten über richterliche Integrität nach jüngsten Kontroversen. Diese Maßnahmen sollen das Vertrauen in das Wahlgerichtswesen in einem entscheidenden Jahr nationaler Wahlen festigen.