Präsident Lula nominierte Generalstaatsanwalt Jorge Messias für die Vakanz am Obersten Gericht, die Luís Roberto Barroso hinterlassen hat, was Kontroversen im Senat auslöst. Senatspräsident Davi Alcolumbre kassierte den Termin für die Anhörung wegen fehlender formeller Mitteilung ab, während ein Institut die Nominierung wegen Geschlechterungleichgewichts am Gericht anfechtet. Die Evangelikale Fraktion im Senat steht vor einem Dilemma bezüglich der Unterstützung des Kandidaten.
Lulas Nominierung des Generalstaatsanwalts Jorge Messias für das STF hat nach Ansicht des Kolumnisten Elio Gaspari eine unnötige Krise ausgelöst. Senatspräsident Davi Alcolumbre, der den ehemaligen Senatspräsidenten Rodrigo Pacheco bevorzugte, reagierte, indem er den für Dienstag (2) angekündigten Termin für die Anhörung absagte und auf fehlende formelle Mitteilung aus dem Planalto verwies. Die Verfassung gibt dem Präsidenten das ausschließliche Vorrecht, STF-Richter zu nominieren, während der Senat nach einer Anhörung mit mindestens 41 Stimmen zustimmen muss.
Alcolumbre brach die Beziehungen zum Regierungsleiter Jaques Wagner ab und genehmigte als Vergeltung eine 'Bomben-Agenda', inmitten früherer Streitigkeiten über die Ölförderung am äquatorialen Rand. Gaspari kritisiert den Schritt als 'Teenager-Trotzanfall' in einer 200-jährigen Institution ohne öffentliches Interesse.
Die Evangelikale Fraktion im Senat mit 26 Mitgliedern lehnte Messias zunächst wegen seiner linksgerichteten Verbindungen zu Lula ab, sieht ihn nun aber als vorzuziehen gegenüber einem 'reinen Linken', so ein religiöser Führer. Der Evangelikale Messias traf sich mit dem Bundesrat für Medizin (CFM), äußerte sich gegen Abtreibung und trug ein Armband mit 'sou de Deus'. Er versprach, die Positionen des CFM zu medizinischen Themen zu respektieren, und wurde trotz historischer Konflikte des Rates mit der Linken zu Pandemie und Abtreibung als potenzieller Verbündeter gesehen.
Der Movad-Institut für Respekt vor der Rechtsanwaltschaft reichte eine öffentliche Zivilklage beim Bundesgericht des DF ein, um die Nominierung auszusetzen, und berief sich auf Geschlechterasymmetrie: Nur Cármen Lúcia besetzt einen von 11 Sitzen, was Urteile zu häuslicher Gewalt und reproduktiven Rechten untergräbt. Das Institut fordert die Nominierung einer Frau und Entschädigung für Gleichstellungspolitiken und weist darauf hin, dass Frauen über 50 % der brasilianischen Bevölkerung und der Juristen stellen.