Donnerstag (11. Dezember) hob der Richter des Obersten Gerichtshofs Alexandre de Moraes die Abstimmung der Abgeordnetenkammer auf, die das Mandat der Abgeordneten Carla Zambelli (PL-SP) bewahrte, und ordnete dessen sofortigen Verlust an. Zambelli, zu 10 Jahren Haft wegen Hackens der CNJ-Systeme verurteilt, sitzt seit Juli im italienischen Gefängnis. Das Urteil kippt die nächtliche Abstimmung, die 227 Stimmen für die Aberkennung erhielt, unter den erforderlichen 257.
In den frühen Stunden des 11. Dezember 2025 stimmte die brasilianische Abgeordnetenkammer dafür, das Mandat der Abgeordneten Carla Zambelli aufrechtzuerhalten, mit 227 Stimmen für die Aberkennung, 110 dagegen und 10 Enthaltungen. Da die erforderlichen 257 Stimmen fehlten, wurde das Verfahren archiviert. Am selben Abend hob jedoch Oberster Richter Alexandre de Moraes die Beratung auf, unter Berufung auf Verstöße gegen Artikel 55, III und VI der Bundesverfassung.
Moraes ordnete den sofortigen Verlust des Mandats an und wies Kammerpräsident Hugo Motta (Republicanos-PB) an, den Ersatzmann innerhalb von 48 Stunden einzuschwören. Das Urteil folgt der Verurteilung Zambellis durch die Erste Kammer des STF im Mai 2025 zu 10 Jahren Haft, weil sie das Hacken der Systeme des Nationalen Justizrats (CNJ) durch Hacker Walter Delgatti Neto angeordnet hatte. Die Abgeordnete floh aus Brasilien und wurde am 29. Juli 2025 in Italien festgenommen, wo sie weiterhin inhaftiert ist und ihre parlamentarischen Pflichten nicht voll erfüllen kann.
Die Entscheidung löste polarisierte Reaktionen aus. Die ehemalige Abgeordnete Joice Hasselmann spottete in sozialen Medien: „Unbezahlbar, die Gesichter der bolsonaristischen Abgeordneten heute zu sehen. Alle welk, wie nasse Küken im Hühnerstall der Kammer.“ Der flüchtige Abgeordnete Alexandre Ramagem (PL-RJ) nannte Moraes den ‚König Brasiliens‘ und ‚außer Kontrolle‘. Nikolas Ferreira (PL-MG) verurteilte eine ‚Diktatur‘, während PL-Chef Sóstenes Cavalcante (RJ) ihn einen ‚psychopathischen Diktator‘ nannte und ihm ‚Machtmissbrauch‘ vorwarf.
Regierungs- und Centrão-Abgeordnete sehen Motta keine Wahl als zu gehorchen. Lindbergh Farias (PT-RJ), der beim STF klagte, feierte: ‚Der Minister hat anerkannt, dass Zambellis rechtskräftige Verurteilung das Mandatsausüben rechtlich unmöglich macht.‘ Experten verweisen auf Präzedenzfälle wie Natan Donadon und Paulo Maluf und bestätigen, dass rechtskräftige Verurteilungen automatischen Mandatsverlust bedeuten. Das Urteil könnte auf Ramagem ausgedehnt werden, dessen Aberkennung für den 17. Dezember angesetzt ist.