Das Jahr 2025 erlebte eine große Verfassungskrise im kenianischen Justizsektor, wobei Oberste Richterin Martha Koome und andere Richter des High Court disziplinarischen Beschwerden von Anwälten Nelson Havi, Ahmednasir Abdullahi und Raphael Tuju ausgesetzt waren. Diese Beschwerden lösten Untersuchungen und mögliche Entfernungsverfahren aus. Der Streit beleuchtet Spannungen zwischen richterlicher Unabhängigkeit und Rechenschaftspflicht.
Die Krise begann vor mehreren Jahren mit Angriffen des Anwalts Ahmednasir Abdullahi, bekannt als Grand Mullah, neben einem kontroversen Fall zur Versteigerung des Eigentums von Raphael Tuju. Sie eskalierte zu einem großen Streit unter Beteiligung des Anwalts Nelson Havi, beide ehemalige Präsidenten der Law Society of Kenya (LSK).
Im Januar 2024 verbot das High Court Ahmednasir und Anwälten seiner Kanzlei, vor ihm aufzutreten, und behauptete, seine 'jurispesa'-Kampagne ziele darauf ab, die Institution zu diffamieren. Dies führte zu scharfen Kritiken in den sozialen Medien von Havi und anderen, gefolgt von formellen Beschwerden bei der Judicial Service Commission (JSC).
Im Januar 2025 petitionierten Havi, Tuju und Anwalt Christopher Rosana die JSC zur Entfernung von Koome und anderen Richtern wegen Fehlverhaltens, schlechter Leistung und unangemessenem Verhalten. Im Februar 2025 wies die JSC die Richter an, auf die Petitionen zu antworten, doch die Richter replizierten vor dem High Court und contestierten die Befugnis der JSC gemäß Artikeln 171 und 172 der Verfassung.
Tuju verstärkte den Druck mit Briefen, die Koome parteiisch beschuldigten, insbesondere bezüglich eines Gremiums aus fünf Richtern, das die Versteigerung seines 27-Acre-Grundstücks in Karen in einem Streit mit der East African Development Bank bestätigte. Das High Court erließ im Februar einen einstweiligen Beschluss, der das Entfernungsverfahren der JSC stoppte.
Artikel 168 der Verfassung gewährt Richtern das Recht, innerhalb von 10 Tagen nach einer Entfernungsentscheidung vor dem Supreme Court Berufung einzulegen. Die Krise hat eine rechtliche Lücke offengelegt und die öffentliche Meinung über das Machtgefüge beeinflusst. Unterstützer der Justiz haben Online-Angriffe verurteilt, wobei die Magistrates and Judges Association sie als Versuche brandmarkte, die richterliche Arbeit zu untergraben.
Obwohl ungelöst, besteht der Streit fort und könnte bis 2026 andauern, wobei seine Ergebnisse das verfassungsrechtliche Rahmenwerk Kenias umgestalten werden.