Staatsanwaltschaft formalisiert fünf Ex-Militärs wegen Tod von Franco Vargas

Die Staatsanwaltschaft von Arica hat fünf ehemalige Offiziere der Armee wegen rechtswidriger Misshandlung im Zusammenhang mit dem Tod des Wehrpflichtigen Franco Vargas während eines Militärmarschs im April 2024 formalisiert. Der fast achtstündige Prozess umfasste Anklagen wegen Fahrlässigkeit und Missbrauch unter schlechten Bedingungen in Pacollo. Das Gericht verschob die Entscheidung über Vorsichtsmaßnahmen bis Mittwoch.

Am 27. April 2024 starb der Wehrpflichtige Franco Vargas während eines Marschs von der Militäreinrichtung Pacollo nach Putre in den Anden von Arica. Die Staatsanwälte haben die ehemaligen Militärs Claudio Guajardo (Kommandant), Michael Fritz (Hauptmann), Bjorn Wohllk (Leutnant), Bastián Troncoso (Unterleutnant) und Manuel Zambrano (Sanitätsunteroffizier) wegen rechtswidriger Misshandlung mit Todesfolge im quasi-strafrechtlichen Sinne sowie schwere Verletzungen anderer Wehrpflichtiger angeklagt, darunter zwei, die Amputationen aufgrund von Infektionen erlitten.

Vargas erlitt drei Ohnmachten während des Marschs, doch die medizinische Hilfe verzögerte sich. Staatsanwalt Mario Carrera schilderte Fahrlässigkeiten in einer halbverlassenen Kaserne mit Überbelegung, schlechter Wasserqualität, Rattenkot und physischen sowie psychischen Misshandlungen. Guajardo versagte bei Aufsicht und Evakuierungssteuerung; Fritz drängte zur Fortsetzung des Marschs trotz Vargas' Zustand und wies ihn zurecht, weil er 'Theater mache'; Zambrano war nicht am Schluss, um rechtzeitige Hilfe zu leisten; Wohllk verhängte Strafen wie das Verschmutzen von Tabletts und Zwang zum Verzehr kontaminierter Nahrung, was zu Ohnmachten und Panik führte; Troncoso wird wegen Beteiligung angeklagt.

Die Staatsanwaltschaft forderte Untersuchungshaft für Guajardo, Wohllk, Troncoso und Zambrano sowie Hausarrest für Fritz und begründete dies mit dem Wissen um die ungünstigen Bedingungen durch Höhe, Wetter und Stress. Die Verteidigung von Guajardo durch Humberto Palamara machte das höhere Kommando für unterlassene hypobare Untersuchungen und Impfungen verantwortlich, doch Carrera konterte, dass der Tod auf die unzureichende Reaktion der Angeklagten zurückzuführen sei, nicht auf externe Faktoren. Der Anwalt von Fritz, Alejandro Peña, betonte, dass der Hauptmann nach der Fitness gefragt und Wohllks Strafen gerügt habe.

Der Kläger Sebastián Andrade lobte die Verhandlung dafür, Vermutungen der Beteiligung ohne wirksame Widerlegungen hervorzuheben, und betonte, dass Misshandlung durch Unterlassung 'Zulassen' unter staatlicher Obhut umfasst. Die Formalisierung fand dienstags am Garantiegericht Arica statt, mit Verschiebung der Entscheidung auf Mittwoch 8:30 Uhr. Die Angeklagten wurden aus der Armee entlassen.

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