Die Polizei führte am Freitagabend eine große Razzia im illegalen Pokerclub Krukan in Södermalm, Stockholm, durch, was scharfe Kritik an übermäßiger Gewaltanwendung auslöst. Drei Männer wurden wegen Verdachts auf schwere Geldwäsche und illegales Glücksspiel festgenommen, während rund 80 Spieler stundenlang gezwungen wurden, auf dem Boden zu sitzen. Mauritz Altikardes, Vorsitzender der Swedish Poker Federation, verurteilt den aggressiven Ansatz der Operation.
Spät am Freitagabend, kurz vor Mitternacht, stürmte die Polizei den illegalen Glücksspielclub Krukan in einem Keller unter einem Wohnhaus in Södermalm, Stockholm. An der Operation beteiligt waren die Swedish Gambling Authority, die Enforcement Authority und Europol mit Verbindungen zu kriminellen Netzwerken in Södertälje. Drei Männer – ein Mann in den 30ern und zwei in den 40ern – wurden wegen Verdachts auf ungenehmigte Glücksspielaktivitäten und schwere Geldwäsche festgenommen. Rund 80 Personen nahmen an einem laufenden Pokerturnier teil, als bewaffnete Beamte eindrangen und Chaos verursachten.
Mehrere Zeugen beschreiben aggressive Behandlung: Beamte schrien und fluchten, zwangen alle mit Händen über dem Kopf auf den Boden und hielten sie über drei Stunden fest. Ein anonymer Spieler berichtet: «Sie sind einfach reingestürmt. Wir wussten nicht, ob es Polizei oder Räuber waren.» Ein anderer sagt: «Ich hatte Todesangst, dachte, es kommt zu einer Schießerei. Sie sind mit gezogenen Waffen reingestürmt.» Einige wurden mit Taser bedroht, wenn sie auf die Toilette wollten, einer urinierte vor Angst, ein anderer blieb mit blutigem Gesicht zurück. Viele hielten es zunächst für einen Raubüberfall oder eine Schießerei.
Mauritz Altikardes, Vorsitzender der Swedish Poker Federation, kritisiert die Operation als überdimensioniert. «Es sind Spieler aus allen Schichten, die ein kleines Turnier spielen. Dass Spezialeinheiten so eindringen ... wir halten diese Reaktion für völlig unangemessen,» sagt er. Er betont, dass Kartenspielen nicht illegal ist, der Veranstaltungsort aber keine Lizenz hatte. Altikardes verknüpft den Mangel an legalen Optionen mit der Schließung des Casino Cosmopol im April 2025 und fordert einfachere Lizenzregeln, um illegale Aktivitäten einzudämmen. Die Stockholmer Polizei hat sich nicht zu den Vorwürfen geäußert.