Die schwedische Klimaministerin Romina Pourmokhtari (L) verpasst den COP30-Gipfel in Brasilien aufgrund ihrer Schwangerschaft und des Zika-Virus-Risikos, was Kritik von der S-Persönlichkeit Margot Wallström hervorruft. Wallström fordert den Rücktritt der Ministerin und bezeichnet die Abwesenheit als tragisches Ende einer gescheiterten Amtszeit. Die Äußerungen stoßen auf Vorwürfe des Misogynismus von Liberalen und Moderaten.
Ende Oktober kündigte Klimaministerin Romina Pourmokhtari an, nicht zum COP30 in Brasilien zu reisen, da ihre Hebamme es aufgrund der Schwangerschaft abgeraten habe. Das Risiko des Zika-Virus, das Geburtsdefekte verursachen kann, wird von ihrer Pressesprecherin genannt. Am Montag wurde bestätigt, dass kein anderer Minister sie auf dem Gipfel vertreten wird, der nächste Woche beginnt.
Margot Wallström, ehemalige Außenministerin (S), reagierte auf X: „Als tragisches Finale einer völlig initiativlosen und gescheiterten Ministerzeit ist die schwedische Ministerin vom globalen Klimatreffen abwesend. Sie sollte Platz machen für jemanden mit Energie, Willen und Handlungsfähigkeit in diesen Fragen.“ Wallström betont, die Kritik richte sich gegen Pourmokhtaris Politik, nicht gegen ihre Schwangerschaft, und eine fähige Ministerin hätte einen Ersatz organisiert.
Die Liberale Parteichefin Simona Mohamsson bezeichnet Wallströms Haltung als „moosig und misogyn“ und fordert eine Stellungnahme von S-Chefin Magdalena Andersson: „Ist das der sogenannte Feminismus der Sozialdemokraten?“ Andersson verweigert einen Kommentar. Außenministerin Maria Malmer Stenergard (M) nennt den Post „sehr unsensibel“ und merkt an, dass die feministische Außenpolitik offenbar nicht auf führende schwedische Frauen anwendbar sei.
Pourmokhtari antwortete auf X: „Habe dieses schmutzige Spiel von jemandem auf der Oppositionsseite erwartet. Unerwartet, dass es von einer Mutter von zwei Kindern kommt. Googelt Zika-Virus und verbringt eine halbe Minute damit, darüber nachzudenken, ob ihr eure Söhne dieser Gefahr aussetzen würdet.“ Wallström weist es als „verrückte Interpretationen“ zurück und hinterfragt die Klimainitiativen der Ministerin.
Die schwedische Delegation umfasst die Staatssekretärinnen Helena Dyrssen und Diana Janse sowie den Klimabotschafter Mattias Frumerie. EU-Ministerin Jessica Rosencrantz (M) nimmt an einem hochrangigen Treffen teil, aber nicht an den Verhandlungen.